Sparzwang beim Bayerischen Rundfunk: Bis zum Sommer sollen 50 Stellen wegfallen. © Sven Hoppe
Der Bayerische Rundfunk (BR) konkretisiert seine Sparpläne, mit denen der Sender eine Finanzierungslücke von rund 70 Millionen Euro pro Jahr schließen will. Vorgesehen sei unter anderem, bei der Information bis zum Sommer dieses Jahres 50 Stellen abzubauen, teilte der Münchner Sender mit. Das seien etwa drei Prozent der Arbeitsplätze für fest angestellte und feste freie Mitarbeiter.
Im Oktober hatte Intendantin Katja Wildermuth Einsparmaßnahmen angekündigt. Demnach bleiben weiterhin alle Sachkostenetats eingefroren. Zusätzlich muss jede Direktion drei Prozent ihres Etats einsparen, allerdings „nicht nach dem Rasenmäherprinzip, sondern anhand klug vorbereiteter, strategischer Kriterien“, so die Intendantin. In der Kultur etwa könne vor allem „im Bereich der Sachkosten“ gespart werden. Gemeint ist, dass durch den Verzicht auf Neuproduktionen, etwa des „Komödienstadels“, Kosten gesenkt werden können.
Der Abbau der Arbeitsplätze erfolge sozialverträglich. Beispielsweise würden Stellen, die im Zuge des Generationenwechsels frei würden, nicht nachbesetzt. Betriebsbedingte Kündigungen gebe es aber nicht.
Die Intendantin und die fünf Direktoren verzichteten auf eine Erhöhung ihrer außertariflichen Gehälter, wie der Sender weiter mitteilte. Ende 2024 waren laut Tarifabschluss die Gehälter und Honorare um 4,71 Prozent angehoben worden. Außerdem erhielten die fest angestellten und festen freien Mitarbeiter, die in Vollzeit arbeiten, eine Einmalzahlung von 3000 Euro. Auch auf diese Einmalzahlung verzichteten die Geschäftsleitungsmitglieder.
Mit dem jüngsten Tarifabschluss wurde eine zweite Erhöhung der Gehälter und Honorare vereinbart. Diese steigen zum 1. Januar 2026 um zusätzlich 1,23 Prozent an. Um diesen Betrag würden auch die Bezüge der Geschäftsleitungsmitglieder angehoben, hieß es gestern aus dem Funkhaus.
CHRISTOPHER HECHLER