Wer tötete Benicio? Fina Valent (Anne Schäfer) und Xavi Bonet (Clemens Schick) ermitteln. © Victor Bello/Degeto
Der Tod lauert an der Mülltonne. Benicio Segura (Francis Frayo Ayozieuwa) wird mit einem Elektroschocker niedergestreckt und misshandelt, als er mitten in der Nacht das Restaurant seiner Mutter schließen will. Der 20-Jährige hatte einen Herzklappenfehler, wird Gerichtsmedizinerin Olivia Codina (Yvonne Yung Hee Bormann) später feststellen. „Ich denke, die starken Stromstöße haben zum Herzinfarkt geführt.“ Das Opfer hatte wohl selbst nicht von seiner lebensgefährlichen Herzschwäche gewusst. Das Team Xavi Bonet (Clemens Schick) und Fina Valent (Anne Schäfer) hat einen neuen Fall. Der „Barcelona-Krimi“ mit dem Titel „Wächter der Stadt“ läuft heute um 20.15 Uhr im Ersten.
Benicio hatte sich einige Monate vor seinem Tod von einer Drogenbande losgesagt und sich einer Bürgerwehr angeschlossen. Seitdem sitzt deren Kopf, Diego Cordero (Marcel Rodriguez), hinter Gittern. Hier im Brennpunktviertel El Carmel ist die Bürgerwehr sehr angesehen, sogar bei Polizisten und Kirchenleuten. „Die haben in anderthalb Jahren mehr bewegt als ich in 30“, sagt Enrique Diaz (Martin Feifel), Pastor und Boxtrainer, resigniert.
Bonet und Valent geraten ziemlich rasch zwischen die Fronten. Fiel Benicio als Verräter der Rache des Drogenkartells zum Opfer? Oder steckt die von Friseurin Isabell Vasquez geleitete „Vigilantes“-Bürgerwehr dahinter? „Bis vor Kurzem haben hier noch die Banden regiert und keinen Ihrer Kollegen hat‘s interessiert“, sagt die. Der Vorgesetzte der Kommissare, Miguel Fernandez (Alexander Beyer), hat derweil ganz andere Sorgen. Die Demenz seiner Frau wird immer heftiger.
Andreas Kleinert verfilmte ein Buch von Paul Salisbury. Krimifans müssen bei einer ganzen Reihe von Figuren und Handlungssträngen den Überblick behalten, werden aber mit einer spannenden Story und famosen schauspielerischen Leistungen belohnt. Besonders der Auftritt von Martin Feifel als desillusionierter Geistlicher bleibt in Erinnerung. Überdies gibt es Bilder von Barcelona zu sehen, wie sie Touristen selten zu sehen bekommen.
CHRISTOF BOCK