Zeitlose Frisur, klassischer Stil: Nachrichtenmoderatorin Gundula Gause bleibt sich treu. © Lando Hass
Das „heute journal“-Team im Jahr 1997: Alexander Niemetz, Helmut Reitze, Gundula Gause, Anja Charlet und Wolf von Lojewski (v. li.). © Renate Schäfer/ZDF
Sie ist eine Konstante inmitten politischer Turbulenzen, Katastrophen und Kriege: Seit mehr als 30 Jahren moderiert Gundula Gause beim „heute journal“ im ZDF – und damit viel länger als ihre Kollegen. „Ich bin eine Frau der Kontinuität und der Langstrecke“, sagt die Nachrichtenfrau aus Mainz, die an diesem Mittwoch ihren 60. Geburtstag feiert.
Zehn Jahre moderierte sie an der Seite von Wolf von Lojewski, es folgten 19 Jahre mit Claus Kleber. Gelegentlich treffe sie ihn noch, erzählt Gause. Zuletzt in ihrer Geburtsstadt Berlin – gemeinsam mit ihrem Mann, dem Zahnarzt und ehemaligen FDP-Landtagsabgeordneten Peter Schmitz.
Mit großer Ernsthaftigkeit, Leidenschaft und Ruhe trägt Gause die Nachrichten vor. „Ich bemühe mich um ein konstruktives Auftreten, um Sachlichkeit und Neutralität“, sagt sie. „Wenn die Nachrichtenlage schon so ernst ist und man dann noch angefasst vor die Kamera tritt, hilft das nicht weiter.“ Doch das sei nicht immer einfach: „Als meine Kinder klein waren, fiel es mir immer sehr schwer, die tot aufgefundenen Kinder zu melden, bei denen im Nachgang dazu festgestellt wurde, dass sie Opfer sexualisierter Gewalt waren“, erinnert sich Gause, die inzwischen Großmutter ist.
Trotz der überwiegend belastenden Nachrichtenlage setzt das „heute journal“ laut Gause auf einen „konstruktiven Ansatz“. Man wolle „auch News eine Relevanz geben, die nicht nur Tod, Verderben und Gewalt sowie die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung spiegeln, sondern im besten Fall eine Lösung aufzeigen“, sagt die Fernsehjournalistin. Das passe auch gut zu ihr: „Ich versuche in Lösungen zu denken und nicht in Problemen.“
Ihre Arbeit beschreibt sie so: „Ich bin vor allem gerne Nachrichtenredakteurin, die im Team die Nachrichten diskutiert, auswählt, formuliert und recherchiert, welches Bildmaterial es beispielsweise aus der Ukraine gibt.“ Da ihre Texte größtenteils selbst geschrieben seien, habe sie sich in all den Jahrzehnten auch nie gravierend verhaspelt. Für einen Schreckmoment sorgte sie Ende des Jahres 2023 durch einen leichten Schwächeanfall vor der Kamera.
Inzwischen ist Gause im „heute journal“ meist zusammen mit Dunja Hayali oder Anne Gellinek auf Sendung. Und sie ist auch zu hören – im neuen „heute journal“-Podcast in der Rubrik „Gundula erklärt“. Eine ganz andere Sendung zu moderieren, reizt sie nicht. „Keine Experimente“, lautet ihre Devise.
Auch bei ihrer Frisur setzt Gundula Gause auf Kontinuität: „Ich fühle mich mit meinem Pagenkopf wohl, und er wurde im Gespräch mit Profis einmal als ganz günstig definiert – dann bleibt man dabei.“ In Sachen Mode gibt es Hilfestellung vom Sender, berichtet Gause, die sich in der Farbwahl mit ihren Kollegen und Kolleginnen abstimmt, „damit wir zum Beispiel nicht beide in Rosa dastehen“. Ans Aufhören denkt sie noch nicht, aber ans Kürzertreten: „Ich werde schon irgendwann rauswachsen und dafür kommen Jüngere nach – und das ist auch gut so.“
IRA SCHAIBLE