INTERVIEW

Vom Leben und Sterbenlassen

von Redaktion

Edin Hasanovic glänzt als Bestatter in zauberhafter Tragikomödie

Neuanfang: Eric (Edin Hasanovic, l.) hat seinen Job als Musikmanager gekündigt und macht nun ein Praktikum bei Bestatter Volker Mutz (Peter Kurth). © PaW / Hardy Spitz

Preisgekrönter Schauspieler, „Tatort“-Kommissar, Late-Night-Talker: Edin Hasanovic hat mit seinen 33 Jahren schon erreicht, wovon viele andere nur träumen können. In der Tragikomödie „Sterben für Beginner“, die das ZDF heute um 20.15 Uhr zeigt, schlüpft der Shootingstar in die Rolle eines Musikmanagers, der zum Bestatter wird. Der Film basiert auf dem autobiografischen Bestseller „The End: Das Buch vom Tod“ von Eric Wrede.

Sie surfen gerade auf einer Erfolgswelle und legen bald als neuer „Tatort“-Kommissar in Frankfurt los. Schweben Sie beruflich gerade auf Wolke sieben?

Es fühlt sich an wie mitten in einem Kinderspieleparadies, und ich schaue um mich herum und staune und bin froh. Die Dreharbeiten zum ersten „Tatort“ mit Melika Foroutan und mir sind bereits abgeschlossen, der kommt im Herbst, und gerade drehen wir zwei weitere Folgen. Ich bin auf jeden Fall dankbar für alles, was um mich herum passiert.

Was können Sie über den „Tatort“ schon verraten?

Wir sind ein Team für Cold Cases, also ungeklärte Delikte aus der Vergangenheit. Der erste Film ist angelehnt an einen echten Serienmörder-Fall, den es tatsächlich in Frankfurt gab. Explizite Szenen wird es nicht geben. Es wird ein sehr guter Film, versprochen!

Jetzt spielen Sie aber erst mal die Hauptrolle im zauberhaften Film „Sterben für Beginner“, der auf dem wahren Leben des Bestattungsunternehmers Eric Wrede und seinem Bestseller „The End – Das Buch vom Tod“ basiert…

Ich habe Eric Wrede am Set kennengelernt, weil er in unserem Film eine Leiche spielt – den ersten Toten, den ich in meiner Rolle als angehender Bestatter sehe. Wir haben uns dann natürlich auch unterhalten. Was spannend war, und das werde ich nicht vergessen: Was so ein Sarg oder eine Bestattung kostet. Preise von mehreren tausend Euro, das finde ich doch erschreckend.

Haben Sie selber in Ihrer Karriere schon eine Leiche gespielt?

Nein, keine Leiche, die einfach nur tot daliegt, aber Sterbende habe ich gespielt, zum Beispiel im Kinodrama „Im Westen nichts Neues“. Für einen Schauspieler ist das ein sehr technischer Vorgang – es hat viel mit Luftanhalten zu tun, und man muss darauf achten, nicht zu blinzeln, wenn am Ende die Augen offen bleiben.

Haben Sie zur Vorbereitung auf die Rolle als angehender Bestatter ein Praktikum bei einem Beerdigungsinstitut gemacht?

Nein, ich habe mich ganz bewusst dagegen entschieden. Ich wollte mich nicht abhärten. Die Figur, die ich spiele, tapst ja selber so rein in diese Tätigkeit, er sieht und macht alles zum ersten Mal, was man als Bestatter an einem toten Körper sieht und macht. Deshalb wollte auch ich das zum ersten Mal wahrnehmen. Mir wurden die nötigen Handgriffe am Set zum ersten Mal gezeigt, ich habe sie nachgemacht, und irgendwann hat einfach die Kamera draufgehalten.

Der Trend geht zu individuellen, kreativen Bestattungen, das zeigt ja auch der Film. Wie möchten Sie selber beigesetzt werden?

Ich würde mich freuen, wenn die Menschen, die meine Beisetzung regeln, meine Art zu Lebzeiten würdigen würden. Das bedeutet, dass man sich daran erinnert, dass ich ein lustiger Typ war, dass es Spaß gemacht hat mit mir, dass die Veranstaltung leicht ist und nicht nur voller Trauer und Schwere. Die Hinterbliebenen sollen auch schöne Momente haben und nicht nur weinen und trauern.

Und welche Musik soll laufen?

Auf jeden Fall irgendwas Tanzbares, wo man sich nicht dagegen wehren kann, die Hüfte und die Beine zu bewegen. Das würde mir entsprechen.

Eric Wrede wurde vom Musikmanager zum Bestatter. Was wären Sie, wenn aus Ihnen kein Schauspieler geworden wäre?

Ich glaube ich wäre ein richtig guter Hundetrainer. Ich habe viel Zeit investiert in die Erziehung meines Hundes. Das ist ein 31, 32 Kilo schwerer Old English Bulldog, und ich wusste: Der macht den Leuten Angst, der muss funktionieren. Ich orientiere mich an den Methoden von Cesar Millan, einem bekannten Hundetrainer aus Amerika, und ich gebe beim Training einfach Vollgas. Da bin ich wirklich absolut konsequent.

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