Ermittelt seit zehn Jahren in Franken: Fabian Hinrichs.
Ein Kinostar für den „Tatort“: Rosalie Thomass, in München geboren, dreht ab Juli ihren ersten Fall als Hauptkommissarin Emilia Rathgeber. © Markus Konvalin/BR, Stache/dpa
Der Abschied war nicht leicht. Als Dagmar Manzel im Herbst 2024 ihren letzten Auftritt in der Rolle als „Tatort“-Kommissarin Paula Ringelhahn hatte, da flossen ein paar Tränchen – bei ihr und ihrem Kollegen Felix Voss, gespielt von Fabian Hinrichs. „Natürlich ist so ein Abschied traurig, weil er einen an die Endlichkeit von allem erinnert“, sagte Hinrichs damals im Gespräch mit unserer Zeitung und wurde direkt poetisch: „Dinge gehen vorbei, so wie irgendwann auch die Sonne erlischt…“
Jetzt wird es wieder hell in Franken: Eine neue Kollegin bringt das ganze „Tatort“-Team zum Strahlen: Kino-Star Rosalie Thomass wird künftig gemeinsam mit Fabian Hinrichs in Nürnberg und Umgebung auf Mörderjagd gehen. Das gab der Bayerische Rundfunk gestern bekannt. Schon im Juli dreht die gebürtige Münchnerin ihren ersten Fall. Eli Wasserscheid als Kriminalkommissarin Wanda Goldwasser sowie Stefan Merki als Dr. Kaiser und Matthias Egersdörfer als Michael Schatz von der „Spusi“ bleiben weiterhin dabei.
„Wir sind begeistert, dass eine außergewöhnliche Schauspielerin wie Rosalie Thomass Teil unseres ,Tatort‘-Franken-Teams wird!“, erklärt Bettina Ricklefs, BR-Programmbereichsleiterin Spiel-Film-Serie. In ihrer Rolle als Hauptkommissarin Emilia Rathgeber verkörpere sie „eine Ermittlerin mit bodenständigen Wurzeln, deren aufrichtiges Herz mit wildem Takt für die Gerechtigkeit“ schlage.
Klingt nach einem Figuren-Zuschnitt nach Maß für Rosalie Thomass, die vor 20 Jahren mit dem Münchner „Polizeiruf 110: Er sollte tot“ von Dominik Graf ihren Durchbruch feierte und seitdem ein beeindruckendes Gespür für gute Filme bewiesen hat. Unter der Regie von Marcus H. Rosenmüller spielte sie in „Beste Zeit“ (2007), „Beste Gegend“ (2008) und „Beste Chance“ (2014). 2011 stand sie mit Gisela Schneeberger und Bettina Mittendorfer in der herrlich schrägen Komödie „Eine ganz heiße Nummer“ vor der Kamera und begeisterte ein Millionenpublikum. 2019 wurde die Geschichte um drei Frauen, die in ihrer streng katholischen Gemeinde im Bayerischen Wald eine Sexhotline gründen, sogar fortgesetzt („Eine ganz heiße Nummer 2.0“).
Für ihre Rolle in Doris Dörries „Grüße aus Fukushima“ wurde die 37-Jährige 2016 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet, ihre so berührende wie eindringliche Darstellung in dem Drama „Eine unerhörte Frau“ (Regie: Hans Steinbichler) brachte ihr den Grimme-Preis ein. Zuletzt war sie in Aron Lehmanns Romanverfilmung „Was man von hier aus sehen kann“ im Kino zu sehen.
Jetzt also „Tatort“. Rosalie Thomass freut sich sehr auf die neue Aufgabe. Mit Fabian Hinrichs, Eli Wasserscheid und Stefan Merki habe der Franken-Krimi ein „Weltklasse-Ensemble“, in das sie sich voller Freude einreihe, sagt sie. „Oder auf gut Fränkisch gesagt: Da bin ich scho a weng stolz.“ Der Franken-„Tatort“ stehe in ihren Augen für eine herausragende filmische Qualität. „Gemeinsam mit meiner neugierigen, vitalen und empathischen Emmy sehe ich vielen Abenteuern entgegen und bin zuversichtlich, dass Franken uns beiden eine gute zweite Heimat werden wird.“
Einen Sendetermin für die Premiere von Rosalie Thomass gibt es noch nicht. Voraussichtlich im Herbst wird zunächst noch der Fall „Ich sehe dich“ ausgestrahlt, in dem Fabian Hinrichs alias Kommissar Felix Voss allein ermittelt, unterstützt natürlich von Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid).
STEFANIE THYSSEN