Der lange Weg zum Jubel

von Redaktion

Die ARD zeigt eine sehenswerte Doku über die Anfänge des Frauen-Fußballs

Kein Witz: Als Prämie für ihren EM-Sieg 1989 bekamen die Frauen ein Tafelservice.

Bitte lächeln: die Nationalmannschaft der Frauen in den Achtzigerjahren.

Pionierin des Frauen-Fußballs: Birgit Dahlke beim Torjubel im ersten Länderspiel gegen Schweiz 1982.

Kurz nach dem Start der Frauen-Fußball-EM 2025 am vergangenen Mittwoch in der Schweiz und unmittelbar nach dem ersten Spiel der deutschen Elf am heutigen Freitag gegen Polen platziert Das Erste einen ausgezeichneten Dokumentarfilm über die lange, schwierige, von Anfeindungen geprägte Anlaufzeit des Frauenfußballs in Deutschland.

Während in Westdeutschland der DFB über Jahrzehnte Frauen das Fußballspielen grundsätzlich verbieten wollte, war es in der DDR zwar erlaubt, galt aber auch dort nicht als den Männern ebenbürtig. Dabei taten sich über Jahrzehnte neben den Sport-Funktionären und Politikern leider auch Reporter mit herablassenden Sprüchen und haarsträubenden Einschätzungen der fußballspielenden Frauen hervor.

Die Anfangszeit war von Anfeindungen geprägt

Der klug montierte Dokumentarfilm stellt Pionierinnen vor, die sich ihren Sport nicht nehmen ließen und schließlich die offizielle Anerkennung erlangten. Meilensteine dabei waren das erste weibliche „Tor des Monats“ durch Bärbel Wohlleben 1974 und der Gewinn der in Taiwan stattfindenden, von der FIFA noch nicht anerkannten Weltmeisterschaft durch ein deutsches Team, das vom damaligen Dauermeister aus Bergisch Gladbach gestellt wurde.

Wie schon in seinen ähnlich gelungenen Dokumentationen über Politikerinnen in West- und Ostdeutschland (Titel: „Die Unbeugsamen“) gelingt es Regisseur Torsten Körner hier wieder, die wirklich historischen Leistungen der Porträtierten zu würdigen, ohne sie zu glorifizieren. Nicht zuletzt, indem er fast ausschließlich die seinerzeit Beteiligten zu Wort kommen lässt. Ihre Sätze sprechen für sich.JAN LEHR/KNA

Sendehinweis

Die Doku läuft heute um 23.15 Uhr im Ersten und ist in der ARD-Mediathek abrufbar.

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