„Papa kommt nach Hause“

von Redaktion

Seine Kinder planen ein Museum für Udo Jürgens in Klagenfurt

„Man ist am richtigen Ort gelandet“: Jenny und John Jürgens, die Kinder von Udo Jürgens.

Er schrieb und sang Hits für Millionen: Udo Jürgens (1934–2014). Nun gibt es Pläne, in seiner Heimatstadt eine Dauerausstellung zu seinen Ehren einzurichten. © Henning Kaiser

Er war ein Star weit über die Grenzen des deutschsprachigen Raums hinaus, mit mehr als 60 Platzierungen in den Albumcharts hält er bis heute den Rekord als am häufigsten dort vertretener deutschsprachiger Sänger weltweit. Mehr als zehn Jahre nach seinem Tod gibt es nun Pläne, Udo Jürgens (1934–2014) in seiner Heimatstadt Klagenfurt mit einer Dauerausstellung zu ehren. Die Idee zu der umfangreichen Schau im Landesmuseum Kärnten präsentierten nun unter anderem seine Kinder John (61) und Jenny Jürgens (58). Die genaue Konzeption werde in den nächsten Jahren erfolgen, die Ausstellung solle spätestens 2027 eröffnet werden, hieß es. „Papa kommt nach Hause“, sagte John Jürgens.

„Hier geht es auch ganz viel um Emotionen, und das ist auch etwas, was dem Papa gut gefallen würde“, sagte Jenny Jürgens jetzt am Rande einer Pressekonferenz. Es gebe in dem jüngst sanierten Museum auf der geplanten Fläche von etwa 400 Quadratmetern genügend Raum. „Man hat das Gefühl, man ist einfach am richtigen Ort gelandet“, sagte John Jürgens.

Sein Vater habe testamentarisch verfügt, dass Gegenstände seines Nachlasses der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten, so John Jürgens weiter. Die ursprüngliche Idee sei aber eine temporäre Ausstellung gewesen. Jetzt sei etwas viel Größeres daraus geworden, ergänzte Jenny Jürgens. Der berühmte Bademantel, den Udo Jürgens oft nach der Show auf der Bühne trug, werde ebenso zu sehen sein wie die Medaille zum Gewinn des Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute: Eurovision Song Contest) im Jahr 1966 mit dem Titel „Merci, Chérie“, hieß es. Sein gläsernes Klavier gehöre ebenfalls zu den Objekten. Sein Motorboot solle vor dem Museum aufgestellt werden.

Sie würden auch zehneinhalb Jahre nach dem Tod des Vaters fast jeden Tag an ihn denken, sagten beide Kinder. „Es bleibt, und das glaube ich, das bleibt es für immer, eine Amputation“, sagte Jenny Jürgens. Die Traurigkeit komme oft ungefragt ums Eck. Zusammen mit seiner damals 17-jährigen Tochter hatte Udo Jürgens im Jahr 1984 den Titel „Liebe ohne Leiden“ aufgenommen.

Jenny Jürgens ist Fotografin, hat jahrzehntelang als Schauspielerin gearbeitet, ist stark sozial engagiert und lebt auf einem Bauernhof in Spanien. Der 61 Jahre alte John Jürgens ist nach eigenen Worten „Musiker mit Leidenschaft“, arbeitet als Event-Discjockey und kümmert sich um die 1998 gegründete „Stiftung Udo Jürgens“ mit dem Ziel, Kindern in Not zu helfen.MATTHIAS RÖDER

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