ALBUM

Bürgerschreck will ins Fernsehen

von Redaktion

Das Punk-Credo in allen Ehren: Aber es ist keineswegs so, als kille Könnerschaft in der Popmusik alle Kreativität. Wenn es dafür noch eines Beweises bedurft hätte, wäre er mit dem neusten Erzeugnis aus dem Nachlass von Frank Zappa erbracht. „Cheaper than cheap“, aufgenommen 1974, hätte ein TV-Programm werden sollen – Jahre vor MTV. Zappa schnitt im Studio Videomaterial für eine eigene Fernsehproduktion mit, um es den großen Sendern anzubieten. Daraus wurde wegen technischer Probleme nichts (es wäre auch ein Wunder gewesen, wenn man dem Bürgerschreck Sendezeit eingeräumt hätte), aber die restaurierte Bild- und Tonspur zeigen die Band des Maestros auf dem Zenit. Alleine, wie Ruth Underwood virtuos über Vibraphon wuselt, ist eine Wucht. Dazu George Duke (Keyboards) und Chester Thompson (Drums) und Zappa an der Gitarre. Jazz-Rock-Fusion kann so prätentiös klingen, kommt bei „Inca Road“, „Apostrophe“, „Camarillo Brillo“ und anderen Zappa-Klassikern aber unfassbar lässig rüber.

Frank Zappa:

„Cheaper than cheap“ (Universal Music).


★★★★★ Hervorragend

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