INTERVIEW

„Wir sind wahre Freunde“

von Redaktion

Sebastian Bezzel über seine Arbeit mit den „Eberhofer“-Kollegen

Ein kongeniales Duo: Sebastian Bezzel (re.) als Dorfpolizist Eberhofer und Simon Schwarz als sein Spezl. Die beiden kennen sich seit 20 Jahren. © Schuller/ARD

Schon der erste „Eberhofer“-Film vor über zehn Jahren, „Dampfnudelblues“ 2013, war ein Mega-Erfolg – seitdem sind die Krimi-Komödien, die auf den Büchern von Rita Falk basieren, aus den Kinos nicht mehr wegzudenken. Heute läuft um 20.15 Uhr der jüngste Fall mit dem Titel „Rehragout-Rendezvous“ im Ersten (s. Kasten). Wir sprachen mit Hauptdarsteller Sebastian Bezzel, der 1971 in Garmisch-Partenkirchen geboren wurde, über den Spaß bei den Dreharbeiten, seine Freundschaft zu den Kollegen Simon Schwarz und Lisa Maria Potthoff und längst vergangene Zeiten als „Tatort“-Kommissar.

Wird bei den Dreharbeiten zu den „Eberhofer“-Krimis viel gelacht?

Ja, schon. Auf der anderen Seite aber auch nicht, weil konzentriert gearbeitet werden muss. Beim ersten Take einer Szene wird schon noch gelacht, aber wenn man dann innerhalb von zwei Stunden zum x-ten Mal den gleichen Witz erzählt oder zu hören bekommt, ist der dann auch nicht mehr lustig. Aber wir haben alle schon viel Spaß bei den Dreharbeiten. Wir kennen uns ja jetzt alle schon sehr lange, und das ist immer ein sehr schönes, familiäres Miteinander.

Der von Ihnen gespielte Franz Eberhofer lacht so gut wie nie…

Stimmt, der lacht mehr innerlich. Er ist ja generell ein sehr nüchterner Typ, der auch dazu neigt, von der Außenwelt schnell genervt zu sein. Er ist humormäßig schon sehr trocken unterwegs, würde ich sagen.

Sie spielen die Rolle seit mehr als zehn Jahren. Mögen Sie den Eberhofer auch?

Ja, ich mag ihn sehr gern. Er ist zwar ruppig, aber kein Arsch. Ich glaube, dass man mit ihm einen sehr lustigen Abend haben könnte, und ich glaube, man könnte mit ihm sogar befreundet sein – vorausgesetzt, man erwartet sich nicht allzu viel von dieser Freundschaft. Wenn man akzeptieren würde, dass er nie zurückruft, dann könnte es klappen mit der Freundschaft. (Lacht.) Das ist ja der Fehler, den in den „Eberhofer“-Krimis sein Kumpel Rudi macht: Der erwartet einfach zu viel vom Franz.

Treffen die „Eberhofer“-Krimis, in denen auch mal hinterm Bauernhaus gekifft wird, die Provinz besser als die Heile-Welt-Heimatfilme, in denen auf den Balkonen adrett die Geranien blühen?

Die Zuschauer mögen es, dass gerade mal nicht dieses geranienschöne, blitzblanke Oberbayern gezeigt wird, sondern dass alles ein bisschen rauer ist. Die Leute aus Bayern sagen immer wieder zu mir: „Super, so läuft das bei uns.“ Wir sind in den Filmen zwar manchmal bewusst schrill, aber insgesamt zeigen wir, glaube ich, ganz gut, wie es auf dem Land abläuft. Da geht vieles noch den kurzen Dienstweg – so wie in der Szene in „Schweinskopf al dente“, wo der Eberhofer sich von einem Kumpel die Parkkralle von seinem Auto wegflexen lässt.

Sie und Simon Schwarz, der Eberhofers besten Kumpel Rudi spielt, sind ein echtes Dreamteam, oder?

Wir haben uns schon vor vielen Jahren, bei den Dreharbeiten zur Komödie „Schwere Jungs“, kennengelernt und gleich super miteinander verstanden. Seit wir die „Eberhofer“-Reihe zusammen machen, verbringen wir wieder sehr viel Zeit miteinander, und je besser wir uns vertragen haben, desto mehr Anfragen kamen auch für uns als Team. Seit ein paar Jahren machen wir ja auch die Dokureihe „Bezzel und Schwarz – Die Grenzgänger“ zusammen und sehen uns dadurch noch öfter. Das vertieft die Freundschaft natürlich. Mit Lisa Maria Potthoff verstehe ich mich übrigens auch ganz hervorragend. Ich würde die beiden schon als wahre Freunde bezeichnen.

Von 2004 bis 2016 waren Sie „Tatort“-Kommissar. Könnte der Kai Perlmann, so lautete sein Name, etwas mit dem Eberhofer anfangen?

Glaube ich nicht, das würde nicht funktionieren mit den beiden. Perlmann ist ein Stadtmensch, der Wert auf gute Klamotten und ein schönes Auto legt – der würde dem Eberhofer ziemlich auf den Geist gehen und umgekehrt wohl auch

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