Der Mann in Dianas Schatten

von Redaktion

Eine ZDF-Doku erzählt das Leben von Dodi Al-Fayed, der letzten Liebe von Lady Di

Ein schillerndes Paar: Diana und Dodi, hier beim gemeinsamen Urlaub im Sommer 1997. © Rousseau/ZDF

Vor 28 Jahren starb Diana, Prinzessin von Wales, auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall in Paris. An ihrer Seite: der schwerreiche Playboy und Partylöwe Dodi Al-Fayed. Auch er kam in dem Wrack ums Leben, doch während der Tod der „Königin der Herzen“ Schockwellen der Trauer um den Erdball sendete, trat das traurige Schicksal ihres Lebensgefährten in den Hintergrund. Die Dokumentation „Diana und Dodi“ erzählt seine Biografie und die Geschichte eines ungleichen Paares, das die Öffentlichkeit damals in Atem hielt. Zu sehen ist sie ab diesem Samstag in der ZDF-Mediathek und am Sonntag um 23.45 Uhr im ZDF.

Diana war damals die meistfotografierte Frau der Welt, Mutter der Prinzen William und Harry. Ohne die Scheidung von Prinz Charles wäre sie heute Königin von Großbritannien. Was fand sie am notorischen Frauenhelden Dodi? Mit Archivmaterial und Zeitzeugenberichten rollt die Doku seine Biografie auf – eine zentrale Figur ist dabei Dodis schillernder Vater Mohamed Al-Fayed (1929-2023). Der ägyptische Unternehmer stammte aus armen Verhältnissen, war in seiner Kindheit als Cola-Verkäufer in den Straßen von Alexandria unterwegs. Als er Samira Khashoggi heiratete, die Schwester des berüchtigten saudischen Waffenhändlers Adnan Khashoggi, bekam Mohamed eine Position in dessen Importunternehmen und wurde reich.

Dodi verbrachte einen Teil seiner Kindheit bei Onkel Adnan, der ihn maßlos verwöhnte. Papa Mohamed brachte es zum Milliardär, doch die britische Upper-Class ließ ihn wohl stets spüren, dass er nicht richtig dazugehörte – genau deshalb, so glauben Experten, fädelte der ehrgeizige Vater die Beziehung zwischen Dodi und Diana ein, die er zuvor kennengelernt hatte: Er lud sie zu Sommerferien in seine Villa in St. Tropez ein, beorderte auch seinen Sohnemann dorthin – und prompt funkte es.

War es wirklich Liebe oder doch nur ein öffentlichkeitswirksamer Sommerflirt? Tatsache ist: Die Prinzessin und der Playboy cruisten in ihrem letzten Sommer auf Dodis 63 Meter langer Luxusjacht „Jonikal“ mehrmals durchs Mittelmeer, und Paparazzi-Fotos der beiden Turteltauben waren ein Vermögen wert. Dodis persönlicher Assistent René Delorm sagt im Film: „Ganz sicher verbrachten sie die Nacht zusammen.“ Wenige Tage später in Paris habe sein Chef ihm einen Verlobungsring gezeigt, den er für Diana gekauft habe, und ihn angewiesen, Champagner kalt zu stellen, denn er wolle Diana einen Antrag machen, sobald sie vom Essen zurück wären. Doch der Butler wartete vergeblich – es war die Nacht des Unfalls.

Dodis schillerndes Leben wird aus verschiedenen Perspektiven skizziert, sowohl wohlwollende als auch eher skeptische Beobachter kommen zu Wort. Als Unternehmer finanzierte er Filme wie das Sportdrama „Die Stunde des Siegers“, das 1982 den Oscar als bester Film gewann, umgab sich mit schönen Frauen, von Kokain war die Rede, wie es in der Doku heißt. Anderen Gerüchten zufolge hatte er während der Beziehung mit Diana noch eine andere Affäre. „Dodi war ehrlich, mitfühlend und anständig“, beteuert hingegen Peter Riva, ein guter Freund. Vater Mohamed war davon überzeugt, dass die beiden einem Mordkomplott zum Opfer gefallen sind, in das sogar das Königshaus verwickelt gewesen sei. Ein Untersuchungsbericht wies diese Behauptung zurück. C. WYSTRICHOWSKI

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