Hören bald auf: Udo Wachtveitl alias Franz Leitmayr (li.) und Miroslav Nemec als Ivo Batic. © Hendrik Heiden
Einsatz in Neuperlach: Ferdinand Hofer (li.) als Kalli Hammermann und Carlo Ljubek als Nikola Buvak. © LInda Gschwentner/BR
Der neue Münchner „Tatort“-Ermittler Carlo Ljubek fühlte sich bei den Dreharbeiten zu seiner ersten Folge in einer Hochhaussiedlung an seine Kindheit erinnert. Er selbst habe damals einige Jahre in einer ähnlichen Gegend im nordrhein-westfälischen Bocholt gewohnt und das Leben im Hochhaus mit den anderen Menschen immer als „sehr familiär, verlässlich und warmherzig“ empfunden, sagte der Schauspieler nach dem Ende der Dreharbeiten. „Man kennt sich, begegnet sich im Alltag, grüßt und hilft einander, die Kinder teilen sich den Spielplatz. Trotz der vielen Parteien entsteht ein Gefühl von Gemeinschaft. Ein Ort, an dem ich mich aufgehoben gefühlt habe“, so der 49-Jährige.
Zunächst arbeiten sie gegeneinander
Ähnlich empfand Ljubek die Stimmung beim Dreh im Münchner Stadtteil Neuperlach. „Die Menschen dort waren wahnsinnig offen und zugewandt, haben sogar spontan mitgespielt, was natürlich ein Riesengewinn für uns war. Das hat mich bewegt und glücklich gemacht“, sagte er. Der ARD-Krimi „Zwischenwelten“ des Bayerischen Rundfunks (BR) soll im kommenden Jahr im Ersten laufen. Darin geht es um einen brutalen Raubmord in Neuperlach. Ljubek spielt darin den Polizisten Nikola Buvak, der eigentlich bei einem Sondereinsatzkommando (SEK) arbeitet, dann aber, weil er das Milieu kennt, in dem sich die Tat ereignet hat, auf eigene Faust ermittelt. Damit kommt er, ohne es zu wollen, dem Kollegen von der Mordkommission in die Quere.
Es ist der erste Fall ohne Miroslav Nemec (71) Udo Wachtveitl (66) – und ein Neustart für Ferdinand Hofer. Elf Jahre lang stand seine Figur des Kalli Hammermann im Schatten der Hauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr, die ihrerseits 35 Jahre lang in der bayerischen Landeshauptstadt ermittelten. Nun also der erste Dreh ohne die beiden, was Hofer aber pragmatisch sieht. „Irgendwann ist dann einfach mal der Punkt, an dem sich die Wege trennen, aber die trennen sich ja nur im „Tatort“. Man könne sich ja auch „abseits des ,Tatort‘-Universums“ treffen oder wieder miteinander arbeiten, so Hofer, der mit den beiden auch privat befreundet ist.
Vorerst bleibt‘s beim Namen „Kalli“
Auch mit seinem neuen Kollegen Ljubek versteht sich Hofer gut. „Wir haben einen ähnlichen Humor“, hat der 32-Jährige festgestellt. „Wir nehmen uns beide selbst nicht zu ernst und können übereinander und miteinander lachen. Das, finde ich, verbindet.“ Nur über eine Sache muss sich Hofer noch Gedanken machen. Will der Kriminaloberkommissar, der vielleicht Leiter der Mordkommission werden möchte, wirklich weiter „Kalli“ genannt werden? Oder nicht doch lieber Karl? „Darüber haben wir auch nachgedacht“, gibt Hofer zu. „Im Moment bleibt es aber beim ,Kalli‘‘‘. CORDULA DIECKMANN