Wer ist für seine schweren Verletzungen verantwortlich? Max Collins als Alvin Malory.
Tappt lange im Dunkeln: Henny Reents als Ermittlerin Kate Linville. © Khuram Qadeer Mirza/Degeto (3)
Ein Teenager sitzt zu Hause und singt in ein Mikrofon. Wenig später wird er brutal angegriffen, überlebt nur knapp und liegt danach im Koma. Zehn Jahre später endet ein gemütlicher Abend beim Kochkurs für Singles für eine Teilnehmerin tödlich. Auf dem Heimweg steigt ein Mann in ihr Auto, am nächsten Tag wird die Frau tot aufgefunden. Die beiden bleiben nicht die einzigen Opfer. Detective Kate Linville (Henny Reents) steht im Zweiteiler „Charlotte Link – Einsame Nacht“ von Regisseur Jörg Lühdorff,zu sehen morgen und am Freitag zur besten Sendezeit im Ersten, vor einem Rätsel. Die Taten scheinen anfangs nichts miteinander zu tun zu haben.
Gleich zu Beginn werden die Zuschauerinnen und Zuschauer von einer männlichen Erzählerstimme begrüßt: „Verzeihen ist die beste Rache, heißt es. Aber das ist falsch, lächerlich falsch. Es gibt Dinge, die nicht zu verzeihen sind.“ Und später im Film: „Ich war 13 Jahre alt, als ich meine Großmutter umbrachte. Es war kein aktiver Mord, es war eine Tötung durch Unterlassen.“ Die Stimme gewährt Zuschauerinnen und Zuschauern Blicke in das Innere des Täters. Sie verstehen, was ihn antreibt und was vor seinen Taten alles in seinem Leben passierte. Autorin Charlotte Link, auf deren Buch der Zweiteiler beruht, ist bekannt dafür, auch bei Mördern nicht schwarz-weiß zu malen. Die 61-Jährige ist Autorin zahlreicher Krimis, von denen fast 30 bereits fürs Fernsehen verfilmt wurden, zunächst fürs ZDF, seit 2013 für die ARD.
Der Film startet für Fans der Linville-Reihe ungewohnt. Caleb Hale, gespielt von Lucas Gregorowicz, ist raus aus dem Polizeidienst – aber nicht aus Linvilles Leben. Und sie bekommt eine neue Chefin. Pamela Graybourne (Helene Grass). Die überlässt ihr einen zunächst nicht sonderlich besonders scheinenden Fall. Eine „alte Dame“ sei beim Sturz ums Leben gekommen, ihre Betreuerin verschwunden. „Fahren Sie bitte hin und besorgen Sie Informationen über diese Betreuerin – Mila Henderson.“ Diesen Namen werden Kate Linville und die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht zum letzten Mal gehört haben. Schnell rückt der Fall aber in den Hintergrund, denn die Ermordete aus dem Kochkurs wird tot in ihrem Auto entdeckt. Die Ermittlungen führen Linville zu dem Teenager, der im Koma liegt. Und wie es der Zufall so will, war damals natürlich Caleb Hale der Ermittler in dem Fall.
„Ich versteh‘ einfach nicht, wie das alles miteinander zusammenhängt“, sagt Linville bei ihrem Besuch zu Hale. Das fragen sich über weite Strecken auch die Menschen vorm Fernseher – sie haben durch die Monologe des Täters aber einen kleinen Wissensvorsprung. Wer am Donnerstag einschaltet, sollte sich für Freitag nichts vornehmen. MONA WENISCH
Sendehinweis:
Das Erste zeigt „Einsame Nacht“ morgen um 20.15 Uhr, Teil zwei folgt am Feiertag, ebenfalls um 20.15 Uhr.