„Faktenfreie Vorurteile“

von Redaktion

Weimer kritisiert Öffentlich-Rechtliche

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) attestiert dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland „ein Akzeptanzproblem, weil er politisch links geneigt wirkt“. „Es ist nicht gut, wenn viele Millionen Deutsche zwar Zwangsbeiträge zahlen müssen, aber das Gefühl haben, dass sie dort nicht vertreten werden. Das sollte sich ändern“, so Weimer im Gespräch mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Der Deutsche Journalisten-Verband kritisierte die Äußerungen des Ministers.

Weimer sagte: „Ich bin ein Verfechter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, auch wenn ich manches an ihm kritisiere.“ Er sei wichtig für die politische Kultur des Landes. „Und er muss über die Rundfunkbeiträge finanziell abgesichert bleiben“, fügte der Politiker hinzu, der vor seinem Eintritt in die Bundesregierung als Medienunternehmer und Journalist tätig war. Unter anderem gründete er das bekanntermaßen konservative Magazin „Cicero“.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warf Weimer vor, faktenfreie Vorurteile gegen die Öffentlich-Rechtlichen zu befeuern. Das sei verantwortungslos. „Der Vorwurf, ARD und ZDF seien linkslastig, ist längst durch Studien widerlegt“, so DJV- Bundesvorsitzende Mika Beuster. Weimer übernehme „unkritisch“ Kampagnenbegriffe von Rechtspopulisten, indem er von „Zwangsbeiträgen“ spreche. Von Spitzenpolitikern sei mehr Unterstützung gefragt, sagte Beuster und mahnte mehr Fairness gegenüber Journalistinnen und Journalisten bei den Öffentlich-Rechtlichen an.EPD

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