Darum lieben wir diese Serie

von Redaktion

Ruby & James sind zurück! Bei Prime Video läuft ab heute die neue Staffel „Maxton Hall“

Rosamunde Pilcher für die Generation TikTok: Die deutsche Serie „Maxton Hall“ über die Romanze zwischen der klugen, aber armen Schülerin Ruby (Harriet Herbig-Matten) und dem reichen Schnösel James (Damian Hardung) spielt an einem britischen Elite-Internat und schlug voriges Jahr ein wie eine Bombe: In 120 Ländern kletterte die erste Staffel auf Platz eins der Streaming-Charts von Prime Video, sie machte die Hauptdarsteller berühmt und Fans zu begeisterten Groupies. Wo der Erfolg ist, lässt die Fortsetzung nicht lange auf sich warten: Ab heute zeigt der Streamingdienst die zweite Staffel der Teenie-Herzschmerzsaga über Liebe, Lust und Leid, Schulalltag und Klassenschranken – im Mittelpunkt steht wieder das On-Off-Couple Ruby und James.

Seit dem frappierenden Erfolg der ersten Staffel sind TV-Experten auf der Suche nach dem Warum. Tatsache ist, dass schon die Vorlage, die „Maxton Hall“-Trilogie der Bestsellerautorin Mona Kasten (Jahrgang 1992), ein Hit war. Die drei Romane mit den Titeln „Save me“, „Save you“ und „Save us“ bedienen das boomende Genre New Adult, das sich an Leser und Leserinnen ab 16, 18 Jahren richtet – zu den Kernelementen zählen Selbstfindung und Sinnlichkeit. Und gerade den letztgenannten Aspekt vernachlässigt die Serie nicht: Es gibt Kuss- und Intimszenen, und der durchtrainierte Körper von Hauptdarsteller Damian Hardung wird weidlich in Szene gesetzt.

Für ordentlich viel Schauwert sorgt auch der Ort der Handlung, eine elitäre englische Privatschule in einem alten Gemäuer, das an Harry Potters Zauber-Internat Hogwarts erinnert. Als Kulisse für die deutsche Serie, die von vielen Menschen für eine waschechte britische Produktion gehalten wird, diente Schloss Marienburg im niedersächsischen Pattensen. Es wurde im 19. Jahrhundert als Sommersitz der Könige von Hannover erbaut, die in Personalunion auch Könige von Großbritannien waren – deshalb die britische Anmutung des Prunkschlosses. Das touristische Interesse am Welfen-Schloss und der Region soll wegen des großen Erfolgs von „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ (so der vollständige Titel der Serie) zuletzt erheblich gestiegen sein.

Die im cineastischen Hochglanzlook gefilmte Serie (Regie: Martin Schreier) mag das Rad des romantischen Erzählens nicht neu erfunden haben. Ein unnahbarer, zunächst unsympathischer Held und eine gutherzige Heldin, die von Feinden zu Liebenden werden? Das hat schon bei Jane Austen funktioniert. Aber die Macher von „Maxton Hall“ bieten mehr als die üblichen Jugend-Schuldramen um Liebe und Freundschaft, sondern bilden mit einer schönen Selbstverständlichkeit Diversität und moderne Rollenbilder ab – in Gestalt etwa von Rubys Schwester Ember (Runa Greiner), die ein selbstbewusstes übergewichtiges Mädchen ist. Die chinesischstämmige Lin (Andrea Guo) und der schwule Alistair (Justus Riesner) gehören ebenfalls zu Rubys Clique, als interessante Komponente kommt die Konfrontation zwischen verschiedenen sozialen Klassen dazu. Nicht zu vergessen, eine starke weibliche Hauptfigur, die ihren Weg geht.

Und wie geht es in den neuen Folgen denn nun weiter? Im Finale der ersten Staffel gab es zur Zufriedenheit aller Romantiker eine Liebesnacht von Ruby und James, aber auch einen Schicksalsschlag: Cordelia, die Mutter des reichen Frauenschwarms, stirbt an einem Schlaganfall. In den neuen Episoden, die auf dem Roman „Save You“ basieren, gibt es deshalb zunächst viel Schmerz und Tränen, James stößt die kluge Ruby, die zum Beispiel aus dem Handgelenk den griechischen Philosophen Epiktet zitieren kann, brutal vor den Kopf und leidet mehr denn je unter der fehlenden Liebe seines eiskalten Vaters – da nützen ihm auch Villa und Rolls-Royce nichts: Hinter der glamourösen Fassade lauern Abgründe.

Die gute Nachricht für Fans: Die Dreharbeiten zur dritten Staffel von „Maxton Hall“ haben bereits begonnen, sie sollen auf dem dritten Roman von Mona Kastens Trilogie basieren, „Save Us“. Mit dem Streamingstart wird frühestens 2026 oder, was als wahrscheinlicher gilt, 2027 gerechnet. CORNELIA WYSTRICHOWSKI

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