Klassiker: „Sissi“ mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Jahrelang liefen die Filme in der ARD, nun zeigt sie der Kölner RTL. © Mauritius
Alle Jahre wieder bieten die Fernsehsender an den Weihnachtsfeiertagen auch Besinnliches, jedenfalls die öffentlich-rechtlichen. Bei den Privaten geht es dagegen seit jeher eher darum, Traditionen zu pflegen, auch wenn das Gezeigte, mit dem Fest wenig zu tun hat. Hier schon einmal ein Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Heiligabend
„Alle Jahre wieder“ – so heißt tatsächlich auch der Fernsehfilm, den das Erste an Heiligabend ausstrahlt. Der Film, eine Wiederholung aus dem vergangenen Jahr – da lief er bereits am 6. Dezember –, zeigt Menschen, die sich auf einer Busfahrt von Berlin nach Oberbayern kennenlernen, mit Folgen fürs weitere Leben. In den Hauptrollen Sinje Irslinger, Klaus Steinbacher, Charlie Hübner und Maria Simon. Anschließend läuft – wie im vergangenen Jahr auch – „Die Feuerzangenbowle“ – von 1944 mit Heinz Rühmann. Wo früher Carmen Nebel die Zuschauer zu einer weihnachtlichen Show begrüßte, präsentiert im ZDF nun bereits zum zweiten Mal Horst Lichter den „,Bares für Rares‘-Weihnachtsabend“. Deals gibt‘s an diesem Abend keine, es wird gekocht, gefeiert und geratscht. „Das ewige Lied“ (1997) mit Tobias Moretti, die Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht“, steht bei 3sat auf dem Programm. Stars wie Ronja Forcher und Peggy March treten auf in „Weihnachten mit Andy Borg“ im BR Fernsehen.
Erstmalsbei RTL zu sehen ist heuer, und zwar ab 20.15 Uhr, die komplette „Sissi“-Trilogie aus den Jahren 1955–1957 mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Die Rechte sind von der ARD an den Kölner Privatsender übergegangen (wir berichteten). Sat.1 bietet – so ist es Brauch seit Jahrzehnten – „Kevin –Allein zu Haus“ von 1990 mit Macaulay Culkin. Und nebenan bei Kabel 1 wird – ebenfalls wie immer – ganz unfromm geschlägert, in „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ (1970) und anschließend in „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971), jeweils mit Bud Spencer und Terence Hill.
1. Weihnachtsfeiertag
Im Ersten ist am 25. Dezember um 20.15 Uhr schon wieder Krimizeit – mit einer neuen Folge der Reihe „Harter Brocken“ mit Aljoscha Stadelmann als Dorfpolizist. Neu, aber eher zu Herzen gehend, ist auch der ZDF-Film „Weihnachten im Olymp“ mit Mariele Millowitsch über einen etwas anderen Heiligen Abend im Kaufhaus. Im BR Fernsehen spielt sich ein „Kaiserschmarrndrama“ (2021) ab, bei 3sat ist Kevin Costner als „Robin Hood – König der Diebe“ (1991) zu sehen.
Bei RTL lädt Günther Jauch wie schon 2024 zu einer Spezialausgabe von „Wer wird Millionär?“ (zweiter Teil am 2. Feiertag). „Kevin – Allein in New York“ (1992) heißt es bei Sat.1, „Stirb langsam 2“ (1990) bei RTL zwei. Immerhin spielt der Film an Weihnachten.
2. Weihnachtsfeiertag
Dieser Tag gehört im Ersten traditionell dem „Tatort“. Nicht zum ersten Mal an Weihnachten kommt er heuer aus München. „Das Verlangen“ spielt im Theatermilieu der Landeshauptstadt und ist der vorletzte Einsatz von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl als Ivo Batic und Franz Leitmayr. Ebenfalls Tradition ist das ZDF-Konkurrenzprogramm, das „Traumschiff“. Diesmal nimmt der Unterhaltungsdampfer Kurs auf Bora-Bora. Kabarett ist angesagt im BR Fernsehen, gezeigt werden zunächst Höhepunkte aus Wolfgang Krebs‘ aktuellem Programm „Bavaria First!“.„Abenteuer Weihnachten – Familie kann nie groß genug sein“ (2023) heißt es bei 3sat.
Mit einer Fernsehpremiere wartet Pro Sieben auf, dem Kinofilm „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ aus dem Jahr 2023 mit Harrison Ford in der Titelrolle. Und bei Kabel 1 kann man Bud Spencer und Terence Hill alias „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ (1972) begleiten.R. OGIERMANN