TV-TIPP

Die im Dunkeln sieht man nicht

von Redaktion

Der neue „Tatort: Nachtschatten“ aus Dresden überzeugt mit doppelbödiger Geschichte

Undurchsichtig: Die 16-jährige Teenagerin Amanda (Emilie Neumeister) hält die Dresdner Polizei in Atem. © Junghans/MDR

„Kein Essen, kein Trinken. Sie ist jetzt ganz alleine eingesperrt. Wenn sie verdurstet, ist das meine Schuld!“ Die 16-jährige Amanda (Emilie Neumeister), die blutverschmiert und orientierungslos am Dresdner Bahnhof aufgegriffen wurde, fleht auf dem Polizeipräsidium um Hilfe. Im neuen „Tatort: Nachtschatten“ behauptet die Teenagerin, aus einem Kellerverlies geflohen zu sein. Ihre Schwester aber schwebe noch in Lebensgefahr. Der Krimi, den die ARD an Neujahr um 20.15 Uhr zeigt, ist ein packendes Drama um Wahn und Wirklichkeit. Während Polizeichef Peter Schnabel (Martin Brambach) angesichts der abenteuerlichen Geschichte äußerst skeptisch ist, baut die Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) behutsam ein Vertrauensverhältnis zu dem verstörten Mädchen auf. Kann sie der Jugendlichen, die in die Psychiatrie eingewiesen wird, helfen? Die Geschichte erinnert stark an echte Entführungsfälle, etwa von Josef Fritzl, der seine Tochter eingesperrt und über 24 Jahre tausendfach vergewaltigt hatte, oder von Wolfgang Priklopil, der die heutige Autorin Natascha Kampusch acht Jahre lang gefangen gehalten hatte. Doch im „Tatort: Nachtschatten“ ist nicht alles so, wie es scheint. Regisseurin Saralisa Volm inszeniert einen packenden Neujahrs-Krimi nach dem klug komponierten Drehbuch von Viola Schmidt. AKI

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