Die Mutmacher

von Redaktion

Das ZDF dokumentiert die Ergebnisse eines Zaubercamps der Ehrlich-Brothers für kranke Kinder

„Zaubern als Therapie“: Jule (2. v. re.) und Anna (re.) nahmen am Camp der Ehrlich-Brothers teil. © Veronika Geier/dpa

Vor rund einem Jahr wurde die Doku-Reihe „Magic Moves“ zusammen mit dem Magier-Duo Andreas und Christian Ehrlich im ZDF ausgestrahlt. Beachtung fanden die Filme vor allem bei Betroffenen und in der Medizin, weil zehn Kinder mit halbseitiger Lähmung im Zaubercamp trainiert wurden, um ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern. Ein Jahr danach zeigt jetzt die Reportage „Mut durch Magie – mit den Ehrlich-Brothers“ der ZDF-Reihe „37 Grad“ am 6. Januar um 22.15 Uhr, was „vom Zauber“ bleibt und wie selbstständig einige der Kinder mit ihrem Handicap heute durchs Leben gehen.

Etwa zwei von 1000 Kindern in Deutschland haben eine sogenannte Hemiparese, verursacht durch eine angeborene oder erworbene Erkrankung des Gehirns. Dabei ist eine Körperseite ganz oder teilweise gelähmt; in ihrer schwersten Ausprägung ist eine Körperhälfte vollständig gelähmt. Studien lassen vermuten, dass gezieltes Training Netzwerke im Gehirn aktivieren und so den Arm-Hand-Einsatz verbessern kann. Diese Annahme war 2024 die Basis für das zweiwöchige „Magic Moves“-Camp im Sommer 2024 auf Burg Rabenstein im Städte-Dreieck Nürnberg-Bamberg-Bayreuth.

Damals standen für Jule, Anna, Gabriel und Ben klettern, schwimmen, kochen und andere Alltagsziele an. Die Zwölfjährigen sollten nach dem Training besser in ihrem Alltag zurechtkommen. Viele Kids haben damals ihre Ziele erreicht. Aber konnten die Teenager das Gelernte dauerhaft behalten und neue Arten der Bewegung erlernen?

Ein Neurologen-Team vom Münchner Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hat die Fortschritte ein Jahr lang gemessen. Erstellt wurde das spezielle Trainingskonzept, bei dem für die Kinder stets der Beidhand-Einsatz im Fokus stand, von einem LMU-Team.

Ein Jahr nach dem Projekt „Magic Moves“ begleitet das Filmteam Gabriel und Jule bei ihrer letzten medizinischen Nachuntersuchung. Die Erkenntnisse ordnet vor der Kamera Michaela Bonfert ein. Die Oberärztin der Kinderneurologie hatte die medizinisch-therapeutische Leitung. Die ergotherapeutischen Nachuntersuchungen hätten gezeigt, dass die Kinder inzwischen viel mehr Alltagsaktivitäten beidhändig durchführen können. Sie bräuchten dafür weniger Zeit als vorher, zudem gingen ihnen diese Aktivitäten jetzt „müheloser von der Hand“, so das Fazit der Ärztin. „Dass wir so viel erreichen können und dass jedes Kind so unglaublich über sich hinausgewachsen ist, das hätten wir uns niemals vorstellen können.“

Die Reportage „Mut durch Magie“ besticht durch die besondere Nähe zu ihren Protagonisten und die positive Wirkung des ungewöhnlichen Projekts mit den Ehrlich-Brothers. Was wie ein PR-Gag anmutet, hat eine stark bodenständige Wirkung.W. WITTENBURG/KNA

Artikel 2 von 3