Hans Sigls Ehefrau Susanne ist Fotografin. © Kneffel/dpa
Cooler Typ vor Traumkulisse: Hans Sigl. Entstanden sind die Aufnahmen am Steinkreis des Wilden Kaisers, oberhalb von Ellmau in Tirol. © SIGL/Thomas & Thomas
Als „Bergdoktor“ ist er der Arzt, den sich wohl die meisten Patienten auch im echten Leben wünschen: kein unnahbarer Halbgott in Weiß, kein Mediziner, der sich für jeden Kranken gerade einmal zweieinhalb Minuten nimmt, sondern ein verständnisvoller Mensch, der nicht nur viel Zeit und immer die richtigen Worte parat hat, sondern sich auch noch mit wirklich jedem Wehwehchen auskennt. Aber gut, das Leben ist kein Wunschkonzert – immerhin macht das ZDF allen „Bergdoktor“-Fans eine große Freude, wenn ab heute neue Folgen mit Hans Sigl in der Titelrolle laufen. Kurz vor Staffelstart hat seine Ehefrau Susanne, eine Fotografin, den TV-Star in Szene gesetzt – als eine Art Bond der Berge. Mit Anzug, Sonnenbrille und seeehr lässig.
Entstanden sind die Aufnahmen am Steinkreis des Wilden Kaiser oberhalb von Ellmau in Tirol, also unweit der Orte, an denen vor traumhafter Kulisse auch die Geschichten rund um Martin Gruber und seine Familie gedreht werden. Und die erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. In den Listen der erfolgreichsten fiktionalen TV-Formate taucht Jahr für Jahr zwischen lauter Krimis „Der Bergdoktor“ auf.
Wie kommt’s? Hans Sigl hat eine Antwort: „Weil wir am Donnerstag für emotionale Geschichten mit Zuversicht und Empathie sorgen.“ Das sei in angespannten Zeiten wie diesen, wo man ab und zu eine kleine Auszeit brauche, besonders wichtig. „Dazu kommt, dass uns die Zuschauer jetzt auch schon eine Weile kennen und sich an uns gewöhnt haben. Manchmal brauchen sie vielleicht auch mal eine Pause von den ganzen Krimis – und dann schalten sie den ,Bergdoktor‘ ein. Uns freut’s natürlich.“
Über die Jahre hat sich die Serie aber durchaus auch verändert. „Anfangs dauerte eine Folge ja nur 45 Minuten, was dann dazu geführt hat, dass die Geschichten ein bisschen arg schnell erzählt werden mussten“, so Sigl. „Da hat ein Mann in Minute zehn erfahren, dass er herzkrank ist, in Minute 35 musste er operiert sein und in Minute 45 saß er da und hat gesagt: Ich habe ein neues Herz und mir geht’s prima.“ Das sei aber schon 20 Jahre her. „Mittlerweile haben wir ja die doppelte Länge, also 90 Minuten, zur Verfügung und können das ganz anders aufziehen.“
Wäre ein Medizinstudium in jungen Jahren für Hans Sigl eine Alternative gewesen? „Nein. Ich habe viele Freunde, die Ärzte sind, und finde beeindruckend, was sie leisten, aber für mich wäre es kein geeigneter Beruf. Ich bin fasziniert von dem, was zum Beispiel Chirurgen machen, bin aber, glaube ich, ganz gut bei der Schauspielerei aufgehoben.“ (Lacht.) Und wie sieht’s mit dem „Tatort“ aus? Der aus Wien ist ja gerade neu besetzt worden. Hat man ihn gefragt? „Nein, und da bin ich auch sehr froh drum. Vergessen Sie nicht: Ich habe Harald Krassnitzer ja bereits beim ,Bergdoktor‘ beerbt, und wenn ich das jetzt auch noch beim österreichischen ,Tatort‘ gemacht hätte, wäre das vielleicht ein bisschen viel geworden“, lacht Sigl. „Ich kann schließlich nicht alle Rollen des sehr geschätzten Kollegen auftragen.“ MW/THY
„Der Bergdoktor“
läuft donnerstags um 20.15 Uhr im ZDF und ist in der Mediathek des Senders abrufbar.