„Dieser Mann hat Theater im Blut“

von Redaktion

Helmut Markwort und Anika Pages spielen im Münchner Arri-Kino „Geliebter Lügner“

Nach dem Schlussapplaus im Arri: Helmut Markwort (re.) mit Dr. Hubert Burda (li.), Anika Pages (2. v. li.) und Patricia Riekel. © Gisela Schober/Getty

Die knallroten Socken blitzen unter seinem Anzug hervor, während er seiner Angebeteten eine Liebeserklärung macht. Helmut Markwort (89) ist George Bernhard Shaw, der berühmte Oscar- und Nobelpreisträger, der Vegetarier, der Mann, der die Frauen geistig wie körperlich begehrte. Ihm gegenüber sitzt Anika Pages, schön und verführerisch gibt sie Shaws große Liebe, Stella Campbell.

„Geliebter Lügner“heißt das Zwei-Personen-Stück, das beide mit großer Leidenschaft auf die recht schmucklose Bühne des Arri-Kinos bringen. Doch man ist unter sich, der Kinosaal ist voll mit Markworts Freunden, darunter Schauspiel-Größen wie Uschi Glasund Monika Peitsch, die dem lustvollen Laien Markwort große Kompetenz als Schauspieler bescheinigen. Denn, was nur wenige wissen: Der Journalist und „Focus“-Gründer macht schon lange keine Fakten, Fakten, Fakten mehr – vielmehr taucht er ein in „Faust“, „Figaro“ und „My Fair Lady“.

Auch Harald Schmidt (68) ist an diesem Dienstagabend da, extra aus Köln angereist, um Markwort wieder spielen zu sehen. „Der Mann hat mehr Theaterblut in sich, als viele andere Theatermacher. Ich habe alles gesehen, was er gespielt hat“, schwärmt Schmidt. Ob Churchill, Jedermann oder Guttenberg, das Besondere an Markwort sei, „dass er das Theater liebt, und er ist historisch interessiert. Er weiß wirklich alles über die Figuren.“

Auch wenn die beiden sich schon sehr lange kennen, bleiben sie doch konsequent beim respektvollen „Sie“, wie übrigens viele in Markworts Umfeld. Selbst Lebensgefährtin Patricia Riekel spricht Helmut in der Öffentlichkeit ausschließlich mit „Herrn Markwort“ an. „Dieses Geduze ist eh nicht mein Ding“, findet auch Schmidt. „Ich sage sogar zu mir selbst Sie. Manchmal mit den Worten: ,War wieder toll, Milord‘, gesteht er. Was allerdings damit zu tun hat, dass Schmidt ein großer „Downton Abbey“-Fan ist. „Überhaupt von englischen Serien, die das England zeigen, wie es nie war, sondern wie wir es uns vorstellen.“ Deshalb hat er auch jeden Montagabend ein festes Date: mit „Inspector Barnaby“. Kein Kriminalist muss man sein, um zu sehen, wie geschätzt Markwort ist. Selbst Burda-Oberhaupt Dr. Hubert Burda bemüht sich, Schritt für Schritt in den Kinosaal, gefolgt von Markworts Noch-immer-Ehefrau Elke und Enkel Lenny.

Ebenfalls dabei waren:Monika Peitsch, die eine der ganz wenigen Freunde ist, die Markwort duzen. Wie auch Komponist und Musiker Leslie Mandoki, der mit Markwort gerne am Starnberger See vor dem heimischen Kaminfeuer elegante Soirees veranstaltet und den Journalisten und Mediengründer für seine breite Bildung bewundert.

Auch dabei: Ex-„Bunte“-Chefredakteur Dr. Lothar Strohbach mit Dr. Constanze Neuhan-Lorenz, Alexandra Schörghuber mit Ehemann Bernd Werndl, Pages-Sohn Elia, Verleger Florian Langenscheidt mit Freundin Andrea Bury, Professor Dr. Wolfgang Pförringer und Entertainerin Gloria Gray, die jetzt bald im Silbersaal im Deutschen Theater auf der Bühne steht: „Solche Menschen wie Markwort inspirieren mich“.MARIA ZSOLNAY

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