Wer ist die Schöne, in die sich Benedict Bridgerton verliebt? Luke Thompson und Yerin Ha stehen im Mittelpunkt der vierten Staffel. © Netflix
Serienhits wie „Bridgerton“ haben es nicht leicht. Je beliebter die alten Folgen, desto höher liegen die Erwartungen an das, was noch kommt. Im Fall der Historienromanze bei Netflix, immerhin eine der meistgestreamten englischsprachigen Serien, ist damit die neue vierte Staffel gemeint, die morgen anläuft. Das Geheimnis rund um die Klatschkolumnistin Lady Whistledown ist gelüftet, eine zentrale Geschichte also auserzählt – oder doch nicht? Warum ist die Serie so beliebt? Fragen und Antworten.
Worum geht es in „Bridgerton“?
Die Story – inspiriert von den Romanen von Julia Quinn – dreht sich um Liebeswirren, prunkvolle Bälle, arrangierte Ehen, opulente Kostüme und Machtspiele in einem fiktiven London des 19. Jahrhunderts. In jedet Staffel der von Chris Van Dusen geschaffenen und von Shonda Rhimes produzierten Serie steht ein anderes Mitglied der wohlhabenden Bridgerton-Familie im Fokus, zuletzt die Romanze von Penelope Featherington und Colin Bridgerton. Damit aber nicht genug, denn das Leben in der britischen High Society kommentiert stets die (anfangs noch) mysteriöse Lady Whistledown in ihren Tratschblättchen, die sogar die Queen erreichen.
Wovon handelt die vierte Staffel?
Die vierte Staffel nimmt den zweitältesten Bridgerton-Sprössling Benedict (Luke Thompson) ins Visier, der als Lebemann gilt. Der Plot rund um seine Lovestory klingt nach einer „Aschenputtel“-Geschichte. Benedict verliebt sich auf einem Maskenball Hals über Kopf in die geheimnisvolle Sophie Baek (Yerin Ha), die eigentlich nur eine Magd ist, sich aber heimlich auf die Veranstaltung geschlichen hat. Ohne ihre richtige Identität preiszugeben, verlässt Sophie den Ball – und Benedict begibt sich auf die Suche nach ihr.
Wann ist die vierte Staffel zu sehen?
Wie mittlerweile bei anderen Serien üblich, etwa „Stranger Things“ oder „Squid Game“, erscheinen die neuen „Bridgerton“-Folgen in zwei Teilen. Die ersten vier Episoden sind morgen abrufbar, der Rest folgt dann rund einen Monat später, am 26. Februar. Wer also die gesamte vierte Staffel in einem Durchgang sehen will, müsste sich noch bis Ende Februar gedulden (und versuchen, Spoilern in den Sozialen Netzwerken aus dem Weg zu gehen).
Was macht den Hype der Serie aus?
Das trotz der vorhersehbaren Handlung und der oft seichten Dialoge wieder Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer einschalten dürften, liegt aus Sicht von Fans und Kritikern mitunter an der unkonventionellen Mischung aus Historienserie und Gegenwartsgefühl. „Bridgerton“ ist eines der prominentesten Beispiele für die Praxis des sogenannten Colorblind Castings. Das heißt, nicht-weiße Schauspielerinnen und Schauspieler spielen hier Rollen, die früher ausschließlich mit Weißen besetzt worden wären. Auch die Queen ist schwarz. Der britische „Guardian“ lobte nach der ersten Staffel zudem die Darstellung von Sexualität. Die Serie habe es geschafft, „den Blick des Publikums auf den männlichen und weiblichen Körper gleichermaßen auszubalancieren. Es ist selten, dass man auf der Leinwand Sexszenen sieht, in denen die Männer genauso unbekleidet sind wie die Frauen“.
Droht die Ermüdung des Publikums?
Tatsächlich ist das Erfolgsrezept von „Bridgerton“ inzwischen vertraut. Es steht immer ein Liebespaar im Vordergrund, das Hindernissen begegnet, bevor es final zusammenkommt. Mit der endgültigen Entlarvung von Lady Whistledown am Ende der dritten Staffel fällt zudem ein Spannungsmoment weg. Dennoch dürfte es interessant sein, wie sich der Ton ihrer Tratschblätter verändert, nachdem alle ihre Identität kennen – auch die Queen. Wird sie Druck ausüben, Forderungen stellen? „Ich glaube nicht, dass wir mit Lady Whistledown fertig sind“, sagte Chefautorin Jess Brownell dem Branchenblatt „Variety“. Es gebe noch mehr zu erzählen, weil die Leute nun wissen, wer das ist, der über sie schreibt. Es könnte also spannend bleiben.SABRINA SZAMEITAT