Bye-bye, Berlin!

von Redaktion

Corinna Harfouch verabschiedet sich mit der Folge „Gefahrengebiet“ aus dem „Tatort“

„Richtig kacke, dass du gehst“, steht auf der Karte geschrieben, die die Kollegen Susanne Bonard (Corinna Harfouch) zum Abschied schenken. © Klein/RBB

Dass Corinna Harfouch mit dem Berliner „Tatort“ nicht alt werden möchte, war schon von Anfang an bekannt. Ganz so leicht fällt ihrer Figur Susanne Bonard der Abschied vom Ermittler-Team aber nicht. Lange scheint es im neuen Fall „Gefahrengebiet“ sogar so zu sein, als müsse Kollege Robert Karow (gespielt von Mark Waschke) alleine ermitteln, während Bonard in eine kleine Sinnkrise stürzt.

Die 71-jährige Harfouch verabschiedet sich mit der Ausstrahlung des Hauptstadt-Krimis am Sonntagabend um 20.15 Uhr im Ersten von ihrer Rolle als „Tatort“-Kommissarin, die sie sechs Folgen lang gespielt hat. In der neuen Episode steht Bonards Ruhestand kurz bevor. Davor zieht es die Ermittler aber zunächst an den grünen Stadtrand Berlins in den Grunewald, denn dort wurde ein Obdachloser mit Bissspuren tot aufgefunden. Während sich eine Augenzeugin sicher ist, eine freilaufende Wölfin am Tatort gesehen zu haben, bleibt Kommissar Karow skeptisch. War tatsächlich ein Tier schuld am Tod des Mannes?

Bonard hingegen wirkt in ihrer letzten Arbeitswoche richtig gedankenverloren. Als das Duo im Wald auf ein Überlebenstraining stößt, schließt sich die Ermittlerin kurzerhand der Wildnislehrerin (Anne Ratte-Polle) an, ohne Handy und Dienstwaffe. Zur Fassungslosigkeit ihres Kollegen – schließlich hänge die Survivaltour offensichtlich nicht mit dem Tatort zusammen. Karow: „Sie wollen doch nicht etwa zurück zu denen, oder?“ Bonard: „Sekt und Schnittchen, das ist nichts für mich.“ Den Fall löse er auch ohne sie. Ganz so einfach ist es letztlich nicht. Denn der Tod des Obdachlosen entpuppt sich als Mord.

„Gefahrengebiet“ von Mira Thiel (Drehbuch und Regie) stellt die persönliche Entwicklung der Kommissare mehr in den Vordergrund als den eigentlichen Mordfall. Atmosphärisch erzählt der Krimi von Gegensätzen: Während sich der sonst so schroffe Karow von einer verletzlichen Seite zeigt und (vergnügliche) Ablenkung in der Großstadt sucht, hinterfragt Bonard in der ruhigen Natur ihr Berufsleben.

Wie geht es nun weiter mit den Berliner „Tatort“-Ermittlern? Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte mit Harfouch insgesamt sechs „Tatort“-Episoden vereinbart. Das war auch der Schauspielerin klar, wie sie mal der „Augsburger Allgemeinen“ sagte: „Es wäre ja auch absurd, wenn ich mit 75 immer noch ,Tatort‘-Kommissarin wäre und im Rollstuhl die Verbrecher jage“, begründete sie ihre Entscheidung. Wer ihre Nachfolge übernimmt, steht bislang nicht fest. Klar ist, dass Waschke als Karow einen Fall solo ermitteln soll.DPA

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