INTERVIEW

„Ich bin eine unglaubliche Frierbirne“

von Redaktion

Katrin Müller-Hohenstein über Olympia in Italien, ihre Lieblingssportart und Dackel Fiete

Katrin Müller-Hohenstein berichtet von den Olympischen Winterspielen. © ZDF

Sie berichtet seit vielen Jahren von sportlichen Großereignissen und ist nun auch bei den jetzt beginnenden Olympischen Winterspielen in Italien im Einsatz – ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Zum ersten Mal meldet sich die 60-jährige gebürtige Erlangerin bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Winterspiele aus dem ZDF-Studio in Mainz, wenn heute ab 12 Uhr in Mailand das Eishockeyspiel der Frauen zwischen Schweden und Deutschland stattfindet.

Sie berichten von den Olympischen Winterspielen aus dem warmen ZDF-Studio in Mainz. Wären Sie manchmal lieber Reporterin an den Pisten und Bahnen vor Ort?

Live dabei zu sein ist eigentlich immer top. Ich kann aber für mich sagen, dass ich diesen Job im beheizten ZDF-Studio unheimlich schätze, weil ich eine unglaubliche Frierbirne bin. Ich würde das wie die Kollegen und Kolleginnen draußen in der Kälte gar nicht aushalten. Die müssen ja stundenlang dastehen und können sich überhaupt nicht bewegen, also da ziehe ich echt meinen Hut.

Welche Wettkämpfe haben es Ihnen besonders angetan?

Am allerliebsten schaue ich Ski Alpin. Das hat einfach damit zu tun, dass ich schon als Kind mit meinem Vater alles geschaut habe, was es da gibt – von Slalom bis Abfahrt. Diese Begeisterung ist bis heute geblieben, und bei mir zu Hause in München sind die Berge nicht weit. Da kann man schnell mal zum Skifahren hin.

Sind Sie eine gute Skiläuferin?

Keine Ahnung, gut ist ja immer relativ. Ich würde mal behaupten, ich komme jeden Berg runter. Die Haltungsnoten sind wahrscheinlich noch ausbaufähig. Ich bin eine Schönwetterläuferin, also im Sessellift sitzen bei Schneetreiben ist nicht so meins. Ich ziehe nur los, wenn das Wetter schön ist. Ich fahre aber auch gar nicht mehr so viel Ski. Erstens weil die Zeit dafür nicht mehr so da ist und zweitens, weil ich einen Hund habe, einen Dackel namens Fiete.

Und was macht Fiete, wenn Sie die Winterspiele moderieren?

Der ist bei meiner Family gut versorgt und guckt von zu Hause aus zu. Er vermisst mich auch gar nicht so doll. Fiete ist ja mein zweiter Hund. Mein erster war unglaublich anhänglich und hat immer großes Theater gemacht, wenn ich weg war. Aber Fiete habe ich von Anfang an gezielt an die Leute gewöhnt, die sich um ihn kümmern, wenn ich arbeiten muss – und deshalb schaut der kaum noch, wenn ich das Haus verlasse.

Eine besondere Faszination auf die Zuschauerinnen und Zuschauer übt ja Biathlon aus. Was, glauben Sie, ist der Grund dafür?

Die Tatsache, dass das Schießen ein Rennen komplett auf den Kopf stellen kann. Da kann einer noch so schnell laufen, wenn er fünfmal danebenschießt, dann war‘s das für ihn. Biathlon hat eine unglaubliche Dramaturgie, der sich ganz viele nicht entziehen können.

Im Vergleich zu früher wird heutzutage sehr viel über Olympische Winterspiele berichtet, praktisch rund um die Uhr. Manche finden das übertrieben…

Ich nicht, weil es ja jedem selbst überlassen bleibt, wie viel er davon konsumieren will. Wenn es Menschen gibt, die sich rund um die Uhr davon unterhalten lassen, dann ist das doch toll! Und Sportmuffel können ja die anderen Programme schauen.

Was glauben Sie, wie fällt die Medaillenbilanz für die deutsche Mannschaft aus?

Unsere Mannschaft hat unter anderem gute Chancen beim Rodeln, beim Vierer- und beim Zweierbob, und beim Ski Alpin haben wir auch ein paar vielversprechende Athletinnen am Start. Wir haben gute Medaillenchancen, auf jeden Fall.

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