Im Gespräch: Steven Spielberg (li.) und Leonardo DiCaprio (re.), der Papa George mitbrachte. © Brehman/dpa
Bei diesem Mittagessen wäre wohl jeder Filmfan gern dabei gewesen – illustrer kann eine Runde aus der Kinobranche nicht sein. Zum traditionellen Oscar-Luncheon werden nur Menschen eingeladen, die im jeweiligen Jahr für einen Oscar nominiert sind. Heuer trafen sich also Stars wie Timothée Chalamet, Leonardo DiCaprio, Michael B. Jordan, Jacob Elordi, Emma Stone, Jessie Buckley, Kate Hudson, Steven Spielberg und viele andere Hollywood-Größen im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills zum Mittagessen und Fototermin. Insgesamt waren es mehr als 200 Filmschaffende.
Auch zwei deutsche Spezialeffektekünstler stimmten sich bei dem lockeren Treffen auf die kommende Oscar-Gala ein. Michael Ralla, der an der Hochschule der Medien in Stuttgart studierte, und Guido Wolter, Absolvent der Bauhaus-Universität Weimar, sind mit zwei weiteren Kollegen für ihre Arbeit an dem Blockbuster „Blood & Sinners“ nominiert. Das Vampir-Südstaatendrama von US-Regisseur Ryan Coogler ist mit 16 Gewinnchancen der große Oscar-Favorit.
„Es ist echt wahnsinnig spannend, einfach mal dabei zu sein“, erzählt Ralla nach seinem ersten Oscar-Luncheon. „Das war jetzt so der Moment, wo das alles ein bisschen real wurde, wo ich dachte, okay, jetzt sind wir wirklich hier angekommen.“ Der 46-Jährige aus Achern im Schwarzwald, seit 2010 in Kalifornien wohnhaft, hat schon an vielen Hollywoodfilmen gearbeitet, doch nun ist er zum ersten Mal im Oscar-Rennen.
Ein paar Tische weiter neben Spielberg und DiCaprio zu sitzen, sei doch etwas Neues, meint der zweifache Vater – „jede Menge Leute getroffen, jede Menge Hände geschüttelt, das war ein wildes Erlebnis“. Er sei speziell auf „Frankenstein“-Regisseur Guillermo del Toro zugegangen, um ihn auf eine frühere Begegnung anzusprechen, die ihn sehr geprägt habe, erzählt Ralla. Er hatte an Del Toros Film „Pacific Rim“ (2013) mitgearbeitet und damals von dem Mexikaner den Rat bekommen, „nicht alles so perfekt“, sondern bunt und menschlich zu machen. Genau dieses Konzept hätten sie jetzt für ihre Arbeit an „Blood & Sinners“ verwendet.
Wer am Ende wirklich die Oscar-Trophäe in den Händen hält, entscheidet sich übrigens am 15. März. Dann findet die Preisverleihung wie gewohnt im Dolby Theatre statt. BARBARA MUNKER