Hören nach drei Folgen wieder auf: Peter Kurth (li.) und Peter Schneider als Ermittler-Du © Abraham/MDR
Eine Seniorin liegt tot in ihrer Badewanne. Die alte Dame hatte es sich mit Kaffee, Kuchen und Musik gemütlich gemacht. Die Leiche wird entdeckt, weil dem Hausmeister (Henning Peker) etwas an der Wohnungstür im vierten Stock eines Plattenbaus auffällt. „Da hat jemand am Schloss rummanipuliert“, sagt er zu Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Kriminalkommissar Michael Lehmann (Peter Schneider).
Sie finden ein Radio im Wasser – und glauben dennoch nicht an den klassischen Badewannenunfall. Vielmehr scheint jemand die Rentnerin unter Wasser gedrückt zu haben. Als Koitzsch auf dem Fensterbrett im Schlafzimmer eine blaue Trockenblume findet, hat er einen Flashback. So eine hat er schon einmal in den Händen gehalten. Hinterlässt hier etwa ein Serienmörder ein Zeichen?
Das Erste zeigt die Folge „Der Wanderer zieht von dannen“ der Reihe „Polizeiruf 110“ aus Halle am Sonntag um 20.15 Uhr. Der Sonntagskrimi von der Saale war von Anfang an als Trilogie angelegt – mit der im Mai 2021 ausgestrahlten ersten Folge „An der Saale hellem Strande“ wurde das 50-jährige Bestehen der „Polizeiruf 110“-Reihe gefeiert. Die zweite Folge „Der Dicke liebt“ sahen Krimifans im April 2024. Für die drei Serienteile taten sich Clemens Meyer (Drehbuch) und Thomas Stuber (Drehbuch und Regie) zusammen. Clemens kam in Halle zur Welt, Stuber ist gebürtiger Leipziger.
Das Finale nun ist ein düsterer, tiefgründiger, letzter „Polizeiruf 110“ aus Halle an der Saale. Gut gefilmt und mit einem Plot, der Zuschauerinnen und Zuschauer keine andere Wahl lässt, als um Ecken zu denken und Verbindungen zu suchen. So wie der feinsinnige, wortkarge Koitzsch und der rationale Lehmann es tun, die in der Welt der ARD-Sonntagskrimis schon jetzt schmerzlich vermisst werden dürfen. Cordelia Wege und Jule Böwe beim feinsinnigen Herausarbeiten ihrer Frauenfiguren zuzusehen, ist eine wahre Freude. Drehbuchautor und Regisseur hatten einen Plan, deren Umsetzung auf beeindruckende Weise gelungen ist.