Ein Kämpfer bis zum Schluss

von Redaktion

Serienstar Eric Dane („Grey‘s Anatomy“) stirbt mit nur 53 Jahren an ALS

Vor zehn Monaten erhielt Serienstar Eric Dane die tödliche Diagnose – er ließ sich nicht entmutigen. © Jordan Strauss/dpa

Er war ein Arzt mit unwiderstehlichem Lächeln. Ein Schönheitsdoc, der sich auf Herzen spezialisiert hatte – nämlich auf die seines Fernsehpublikums. Nun ist Schauspieler Eric Dane mit nur 53 Jahren gestorben. Der Star aus der Erfolgsserie „Grey‘s Anatomy“ verlor den Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS.

Erst vor zehn Monaten hatte Dane öffentlich gemacht, dass bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose diagnostiziert worden sei. Eine unheilbare Krankheit, die dem Körper nach und nach jede Kraft raubt, die das Sprechen, Schlucken und Atmen irgendwann unmöglich macht. Trotzdem wagte Dane, der zuletzt in der Serie „Euphoria“ spielte, den Schritt nach vorn. Er gab sich nicht nur kämpferisch und mutig, was seine eigene Erkrankung anging, sondern nutzte seine Prominenz, um als Botschafter über ALS aufzuklären. Er sprach offen über seinen Zustand, machte anderen Betroffenen Mut und setzte sich leidenschaftlich dafür ein, dass mehr über die Krankheit publik wurde. Ans „Euphoria“-Filmset, wo er den gebrochenen Familienvater Cal Jacobs spielte, kehrte er im Rollstuhl zurück: „Ich fühle mich glücklich, weiterarbeiten zu können“, sagte er.

Dane, der 1972 in San Francisco geboren wurde, musste bereits mit sieben Jahren einen schweren Schicksalsschlag verkraften: Sein Vater nahm sich das Leben. Ein Trauma, über das er erst Jahrzehnte später sprach: „Erst als ich selbst Kinder hatte, begriff ich, wie schmerzhaft das damals war.“ Es war diese Verletzlichkeit, die seinem Spiel eine besondere Tiefe verlieh und selbst seine Serienfigur Dr. Mark Sloan, besser bekannt als „McSteamy“ in „Grey‘s Anatomy“, in 145 Episoden aus der Oberflächlichkeit holte.

Für seinen großen Traum, Schauspieler zu werden, brach Eric Dane sogar kurz vor seinem Abschluss die Schule ab. Ein riskanter Schritt, der sich auszahlte, als er mit „Saved by the bell“ sein TV-Debüt feierte und kurz darauf in Serien wie „Charmed“ oder „Roseanne“ zu sehen war. Mit Filmen wie „X-Men: The Last Stand“ und „Marley & Me“ schaffte er es auf die große Kinoleinwand. Doch die Krankheit hatte ihn fest im Griff und schritt zuletzt zügig voran. Eine Auszeichnung des ALS-Netzwerks für sein leidenschaftliches Engagement konnte er im Januar schon nicht mehr persönlich entgegennehmen.

In seinen letzten Tagen war er nicht allein: Seine Ehefrau Rebecca Gayheart und die gemeinsamen Töchter Billie und Georgia – „das Zentrum seiner Welt“, wie er selbst betonte – waren bei ihm.

Warmherzig, loyal und humorvoll – im Netz verneigen sich viele Kollegen vor Dane. „Die Zusammenarbeit mit ihm war eine Ehre, seine Freundschaft ein Geschenk“, sagt „Euphoria“-Schöpfer Sam Levinson. Und auch seine Familie meldet sich zu Wort: „Er wird schmerzlich vermisst und uns in liebevoller Erinnerung bleiben. Eric liebte seine Fans und war so dankbar für die überwältigende Welle der Liebe und Unterstützung, die er bis zum Schluss erfahren durfte.“ Mit ihm verliert Hollywood nicht nur einen Star, sondern einen Menschen, der sich bis zuletzt seinem Schicksal stellte und seine Stimme erhob als sein Körper schwächer wurde.ASTRID KISTNER

Artikel 4 von 4