Kriminalpsychologe Thomas Meiberger (Fritz Karl, Mitte) stellt die Geduld der Kommissare Grünwald (Lisa Schützenberger) und Ganslinger (Franz Josef Danner) auf eine harte Probe. © Victoria Herbig/ARD Degeto
Salzburg sei ein „Punschkrapferl“, sagt Fritz Karl. Eigentlich ein winziger Fleck, der dank Mozart eine riesige Bekanntheit genießt. „Und das eingebettet in die schönste Natur, die man sich vorstellen kann – meine Heimat.“ Im neuen „Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee“, den das Erste an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr und in der ARD-Mediathek zeigt, wird die Idylle allerdings zum mörderischen Schauplatz. Und mittendrin Fritz Karl als forensischer Kriminalpsychologe Thomas Meiberger. Eine Figur, die dem 58-Jährigen höchst vertraut ist.
Schon bei „Meiberger – im Kopf des Täters“, einer Krimireihe für den österreichischen Sender Servus TV, spielte Karl die Hauptrolle. Nun hat die ARD das Format für sich entdeckt. Meiberger ist ein analytischer Kopf, der die Grenzen der klassischen Polizeiarbeit ausdehnt und psychologische Intuition in die Ermittlungen einfließen lässt. „Es gibt ein reales Vorbild für ihn“, erklärt Karl im Gespräch mit unserer Zeitung. „Einen Gerichtspsychologen aus Salzburg, der mich fast ein ganzes Jahr begleitet und beraten hat.“
Für den neuen „Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee“ hat Fritz Karl zum ersten Mal selbst ein Drehbuch geschrieben. „Als Schauspieler liest man so viele Bücher – freut sich über die guten und ärgert sich über die schlechten. Und dann fragt man sich, ob man’s besser kann.“ Die Verantwortlichen konnte er jedenfalls auf Anhieb überzeugen. Dabei reflektiert Karl seine Doppelrolle durchaus kritisch: „Natürlich habe ich beim Schreiben meinen eigenen Film im Kopf, aber wenn ich drehe, gebe ich das komplett ab. An den Regisseur, die Kamera, die anderen Gewerke – dann will ich mich auf meine eigene Figur konzentrieren.“
Wann der mehrfache Familienvater und Ehemann von Schauspielkollegin Elena Uhlig zum Schreiben kommt? „Das muss nebenbei gehen. Zum Rückzug auf eine einsame Berghütte bleibt keine Zeit – leider. Und wenn, würde ich lieber Skifahren“, lacht der Alltagsjongleur. „Meine Bücher entstehen zwischen Vorlesen, Geschirrspüler einräumen und den Ideen für den Instagram-Kanal meiner Frau.“ Die Balance zwischen kreativem Schaffen und Familienleben sei bei insgesamt sieben Kindern nicht immer einfach.
Trotzdem liegt bereits jetzt das nächste Drehbuch für den „Salzburg-Krimi“ in der Schublade. Doch ob es nach den ersten beiden Episoden weitergeht, wird nicht zuletzt die Quote entscheiden. „Wir leben in einer Welt, in der Zu- und Absagen immer kurzfristiger kommen. Damit muss man als Schauspieler umgehen und sich breiter aufstellen“, sagt der Österreicher, der mit seiner Frau Elena Uhlig auf Lesetour geht, Ideen für Instagram und sogar eine eigene Modelinie mit dem Namen „Herr Karl“ entwickelt. Mützen und Schals gibt’s bereits online zu kaufen. „Und bald wird‘s auch Schuhe von Herrn Karl geben, die in Italien handgefertigt werden“, freut sich der Schauspieler, bei dem die Kreativität längst über Film und Fernsehen hinausreicht.ASTRID KISTNER