Garmisch-Krimi aus Tirol

von Redaktion

Das ZDF startet eine neue Reihe und hat es mit den Drehorten nicht so genau genommen

Gebürtige Münchnerin: Lavinia Wilson spielt die Hauptrolle im „Garmisch-Krimi“. © Gschwentner/ZDF

Der Titel verspricht einen konventionellen Regionalkrimi. Einen, der in Garmisch-Partenkirchen spielen soll. Den bekommt man – nicht. Dafür sorgt allein das ungleiche Ermittler-Duo. Lavinia Wilson spielt in dem neuen ZDF-Samstagskrimi „Wolfsmord“ die desillusionierte Ex-Kommissarin Ira Zach, die mittlerweile in einem Baumarkt arbeitet und ihre Nachfolgerin, die ambitionierte Daphne Meindl (Philine Schmölzer), unterstützt. „Ziemlich kratzbürstig“ beschreibt die Münchnerin die Figur, die stets im schwarzen Ledermantel und mit Sonnenbrille auftaucht und deren Leidenschaft dem Fliegenfischen gilt. „Sie vermisst ihren alten Job – und trotzdem kriegt man ganz schnell mit, wie sie drauf ist, und ahnt, warum das schiefgehen musste als Ermittlerin.“

Die Münchnerin hat die Zeit, die sie im Rahmen der Dreharbeiten in Garmisch-Partenkirchen verbringen konnte, sehr genossen. „Das war wie eine Reise zurück in die heimelige Achtzigerjahre-Welt.“ Ihre Großeltern lebten in der Marktgemeinde, hier verbrachte sie als Kind viel Zeit. Die war ihr jetzt nicht vergönnt. Der Film, der als „Garmisch-Krimi“ firmiert und an diesem Samstag um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, zeigt vor allem Aufnahmen aus Tirol. Der ortskundige Zuschauer entdeckt neben dem Luftbild des Ortes nur noch die Sprungschanze, eine kurze Szene im Kaffeehaus Krönner und den Blick aufs Karwendel von Isartaler Seite aus. Nicht einmal das eindrucksvolle Zugspitzmassiv, eigentlich perfekt geeignet als Filmkulisse, bekommt einen Auftritt. Nach den Gründen gefragt, ist vom ZDF zu hören: „,Der Garmisch-Krimi‘ ist eine deutsch-österreichische Koproduktion mit Förderung aus Österreich.Kommissarin Daphne Meindl ist Österreicherin, und auch der Fall führt über die Grenze. Die Motive wurden aus inhaltlich-kreativen sowie wirtschaftlichen Gründen ausgewählt.“

Das ist schade. Die ungewöhnlichen Charaktere und der durchaus spannende Plot reißen‘s aber heraus. Vor allem Wilson geht auf in der Rolle. Man nimmt ihr ab, dass sie heimatverbunden ist, aber ebenso mit dem Ort, dem Tourismus und der Entwicklung hadert. Sie kennt sich aus, und auch die Menschen, mit denen sie und ihre Ex-Kollegen es zu tun bekommen, sind ihr vertraut. Einer von ihnen ist Schorsch (Hans Stadlbauer), ein Schafhalter, der allein auf einem Hof am Berg lebt. Er zählt schnell zum Kreis der Verdächtigen, von denen einer einen abgetrennten Wolfskopf per Post an einen Naturschützer geschickt haben soll. Eine Morddrohung? Davon müssen die Ermittlerinnen in Garmisch-Partenkirchen ausgehen, als die Leiche des Mannes gefunden wird. Zwischen Bauern, Aktivisten und Politik brodelt ein gewaltiger Konflikt.TANJA BRINKMANN

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