Vier Sendungen sind im Kasten und „es hat saumäßig Spaß gemacht“, sagt Maxi Gstettenbauer.
Nach „Fastnacht in Franken“ und „Nockherberg“ ist in Bayern noch lange nicht Schluss mit lustig. Das BR Fernsehen startet eine neue Comedy-Offensive. Den Anfang macht heute Michael Mittermeier mit der zweiten Staffel von „Find the Liar, Mittermeier“ (22 Uhr). Morgen geht‘s dann ebenfalls um 22 Uhr weiter mit einer brandneuen Sendung: In „Bayern, des samma mia!“ will Comedian Maxi Gstettenbauer mit prominenten Gästen herausfinden, wie die Menschen im Freistaat so ticken. Ein erstes Fazit zieht der 37-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.
Gstettenbauer – der Name schreit ja förmlich nach Bayern. Was befähigt Sie sonst, die weißblaue Seele zu ergründen?
Meine Herkunft! Ich bin in Straubing in Niederbayern geboren und dann 18 Jahre in Schwarzach aufgewachsen. Bayern ist für mich ein Open-Source-Bundesland: klar in der Identität, aber im Herzen offen für die ganze Welt. Deshalb braucht man gar keine besondere Qualifikation, um sich den Bayern anzunähern.
Mit 18 sind Sie nach Köln gezogen, wo Sie bis heute leben. Hat man aus der Distanz einen anderen Blick auf die Heimat?
Ja, schon rein optisch. Landschaftlich ist Bayern wirklich ein Unikat. Ich habe eine Weile gebraucht, um mit dem Rheinland warm zu werden. Das hat erst funktioniert, als ich die Mentalität im Ruhrpott für mich entdeckt habe. Die ist dem bayerischen Humor nicht unähnlich. Die hauen auch einfach die Sachen so raus.
Wo fühlen Sie sich heute zu Hause?
In beiden Welten. Ich merke, dass ich mich verändere, je nachdem, wo ich gerade bin. Im Rheinland bin ich ein anderer Maxi als in Bayern. Natürlich habe ich immer mein rollendes R dabei, und wenn ich mit meinen Eltern rede, wechsle ich komplett die Sprache – zum Vergnügen meiner Freunde. Im Grunde aber trage ich die Heimat in mir.
„Bayern, des samma mia“ heißt die neue Comedyshow. Ja, wia samma denn, wir Bayern?
Das ist die Preisfrage. Egal, wen du fragst, du bekommst keine klare Antwort. Der Franke wird etwas anderes sagen als der Niederbayer oder der Schwabe. Das ist ja das Spannende: Alle können sich auf ein Lebensgefühl einigen, aber bei der Beschreibung scheiden sich die Geister. In unserer Sendung wollen wir das auf den Punkt bringen und herausfinden, wie gut sich die Bayern untereinander kennen.
Kann man das Konzept der Show in drei Sätzen erklären?
Es ist bayerisch, es ist witzig und es ist lehrreich.
Inwiefern?
Es gibt schon ein paar schöne Eigenheiten und Traditionen, die wir im Quiz mit Eva Karl Faltermeier und Michael Altinger vorstellen. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass es in Ansberg ein Ehe-Häusl gab. Das war früher ein günstiges Haus, das an Paare verkauft wurde, damit die heiraten können. Damals war das nämlich noch die Bedingung für die Eheschließung. Wer sich das Ja-Wort gegeben hat, konnte es dann gleich weiterverkaufen.
Welche Tradition ist Ihnen privat heilig?
Der Wurschtsalat meines Papas an Weihnachten. Ohne den geht’s für mich net. Mein Vater war ja Koch in Straubing und ist bis heute ein Meister am Herd. Apropos Kulinarik: Im Rheinland habe ich harte Diskussionen wegen der Leberkas-Semmel geführt. In Köln gibt’s die nur mit scharfem Senf. Ein No-Go für mich als Bayern.
Die „Mia san mia“-Attitüde mancher Bayern kommt im Rest der Republik nicht immer gut an. Können Sie das nachvollziehen?
Ja, ich finde, man kann selbstbewusst auftreten, wenn man andere nicht abwertet. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Wissen, wer man ist, und dem „Mia san mia“, das wir bewusst mit einem Augenzwinkern in den Titel gehoben haben. Ich glaube, keiner hat was dagegen, wenn Bayern eine gesunde Identität hat, solange man die nicht über alle anderen stellt. Ich will mit der Sendung nicht nur den Bayern zeigen, wie sie sind, sondern auch Menschen aus dem Rest der Republik. Wir zelebrieren dieses wunderschöne Bundesland.