Familie? Kein Kinderspiel!

von Redaktion

„Louma“: ARD zeigt neue Tragikomödie über die Macht des Zusammenhalts

Ausgerechnet bei der Beerdigung der Mutter ihrer Kinder (Marie Nasemann, re.) bekommen sich die Väter Tristan und Mo in die Haare. © Martin Menke/WDR

Zwei Väter prügeln sich – ausgerechnet am Grab ihrer beider Ex-Frau. Die vier Kinder schauen fassungslos zu. Ein turbulenter Auftakt für die Tragikomödie „Louma – Familie ist kein Kinderspiel“, die heute um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist.

Nach dem Unfalltod seiner Ex-Frau will Tristan (Trystan Pütter) – geschniegelt, kontrolliert, Besitzer einer Kaffeehauskette – seine leiblichen Kinder Toni und Fabi zu sich holen. Doch die hängen – genau wie ihre zwei Halbgeschwister – an Chaos-Papa Mo (Timur Isik). Nach dem Verlust ihrer Mutter Louma (Marie Nasemann) soll jetzt nicht auch noch die Familie zerbrechen.

Dass sie aber ja auch einfach alle sechs zusammenziehen könnten, schlägt die zehnjährige Fritte (Emily Kaiser) vor. Ausgerechnet. Schließlich könnten die zwei Väter unterschiedlicher kaum sein: Hier der erfolgreiche, zwischenmenschlich aber eher schwachbrüstige Kaffeehausketten-Besitzer Tristan, dort der sensible und ein wenig verpeilte Musikmanager Mo. Den Kindern zuliebe geben sich die beiden einen Ruck, lassen sich auf die ungewöhnliche Wohnsituation ein – Tristan zieht ins große Familienheim ein.

Natürlich fliegt schnell die Sicherung raus: Tristan räumt nicht nur mit seiner Edel-Espressomaschine die Küche ab, sondern gleich den ganzen Familienalltag. Mo punktet mit Herz, versinkt aber gern im Selbstmitleid. Beide trauern – und sind allein völlig überfordert.

Der Film zeigt: Familie funktioniert nur gemeinsam. Keine ganz neue Botschaft, doch „Louma“ ist – auch wenn viele Konflikte weichgespült wirken und die Inszenierung manchmal wie aus dem Bilderbuch daherkommt – warmherzig und immer wieder berührend. Das liegt vor allem am hervorragenden Ensemble: Trystan Pütter gibt den überforderten Kontrollfreak stark, Timur Isik überzeugt als liebenswerter Loser. Richtig glänzen aber die Kids – allen voran Emily Kaiser als kluge, empathische Fritte. Auch Lola Höller, Michel Johann Koch und Noèl Gabriel Kipp liefern ab. Fazit: solide TV-Unterhaltung mit Herz.KATHARINA ZECKAU

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