Collien Fernandes äußert sich erneut über ihren Ex-Mann

von Redaktion

„Er habe einen sexuellen Fetisch entwickelt, mit dem er nicht aufhören konnte“ – Die Schauspielerin erklärt, was Ulmen ihr gestand

Kämpft mit den Tränen: Collien Fernandes bei einer Demo gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg. © Brandt/dpa

München – Erst vergangene Woche war Schauspielerin Collien Fernandes mit Vorwürfen der digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen. Jetzt gibt die 44-Jährige noch einmal weitere Details preis. Auf der Online-Plattform Instagram erklärt Fernandes unter dem Titel „Christian Ulmen und die Deepfakes. Was er mir gegenüber gestanden hat“, was ihr damaliger Ehemann zu ihr gesagt haben soll. „Er habe einen sexuellen Fetisch entwickelt, mit dem er nicht mehr aufhören konnte. Ein Degradierungsfetisch“, schreibt Fernandes in dem Beitrag. „Es macht ihn geil, mich zu erniedrigen und mich auf eine Art in meinem beruflichen Umfeld zu präsentieren, von der er wusste, dass ich sie schrecklich finden würde. Das gab ihm ein Gefühl von Macht! Macht über mich!“

Im Laufe der letzten rund zehn Jahre habe er ihrzufolge diverse Fakeprofile unter Fernandes Namen erstellt und damit fremde Männer und Männer aus ihrem Umfeld kontaktiert, lautet Fernandes Vorwurf. Dabei habe er auch pornografische Videos und erotische Fotos verschickt und ihm sei dabei wichtig gewesen, dass „alles glaubwürdig wirkt und dass das erotische Material privat anmutet, so als habe ich mich heimlich beim Sex gefilmt, selbst nackt aufgenommen“, erklärt die Schauspielerin. „Er habe so unter meinem Namen mit in etwa 30 Männern eine intensive Online-Affäre gehabt, inklusive Telefonsex, er hat sexuelle Treffen in Aussicht gestellt, diese kurzfristig abgesagt. Weit mehr als diese 30 Männer hat er angeschrieben, nicht jeder hat sich darauf eingelassen“, schreibt Fernandes weiter.

Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle.

Der Fall hat eine Debatte um politische Konsequenzen entfacht. Am Donnerstag gingen in Hamburg Tausende Menschen auf die Straße und demonstrierten für mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt. „Ich stehe jetzt hier mit einer schutzsicherer Weste mit Polizeischutz und mit Security, weil ich Morddrohungen bekomme“, sagte Fernandes, deren Stimme immer wieder ergriffen stockte. „Da muss man sich nicht mehr wundern, dass so viele Frauen einfach auch den Mut nicht haben, rauszugehen und zu sagen, dieses und jenes wurde mir angetan.“

Am Donnerstag stimmte das Europaparlament in Brüssel für ein Verbot von KI-Anwendungen, mit deren Hilfe Nutzer solche Videos und Bilder von Menschen ohne deren Einwilligung erstellen können. Es bezieht sich auf Anwendungen, die mit KI Bilder und Videos so verändern können, dass sie „sexuell eindeutige Aktivitäten oder intime Körperbereiche einer bestimmbaren Person ohne deren Einwilligung“ zeigen. Das Vorgehen in Brüssel ist das Gegenstück zu einem Gesetzentwurf, den Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant. Bislang ist das bloße Erstellen pornografischer Aufnahmen hierzulande nicht strafbar. Eine Klarnamenpflicht im Netz lehnt Hubig dagegen ab.

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