Großer Bahnhof für Batic & Leitmayr

von Redaktion

Premiere mit Fans und Politik: Zum Abschied feiert der BR seine „Tatort“-Stars Nemec und Wachtveitl

Blicken gelassen in die Zukunft: Miroslav Nemec (li., unten mit Frau und Tochter) und Udo Wachtveitl. © Hoppe/dpa, Babirad

Blicken gelassen in die Zukunft: Miroslav Nemec (li., unten mit Frau und Tochter) und Udo Wachtveitl. © Hoppe/dpa, Babirad

Ähnlichkeit mit Miro Nemec: Josef Ametsreiter hatte beim Doppelgänger-Wettbewerb Tickets gewonnen. © thy

Ruhestandsurkunden gab‘s vom Innenminister Joachim Herrmann (Mi.). © Tilgner/API

Zwei Pferde der Reiterstaffel, der Polizeipräsident, der Innenminister, dazu die Landtagspräsidentin, ein paar Promis und vor allem: Fans, Fans, Fans. Es war der ganz große Bahnhof, den der Bayerische Rundfunk da am Donnerstagabend für seine „Tatort“-Stars aufgefahren hat. An Ostern verabschieden sich Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec aus der Kult-Krimireihe, dann ermitteln Leitmayr und Batic zum allerletzten Mal. Das Publikum in der Hochschule für Fernsehen und Film bekam nun den ersten Teil der Doppelfolge mit dem Titel „Unvergänglich“ zu sehen. Fazit: Das ist ein richtig guter Fall geworden, mit dem die Kommissare nach 35 Jahren und 100 Folgen Servus sagen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann outete sich als regelmäßiger „Tatort“-Zuschauer – in erster Linie des Münchner Teams – und lobte vor allem die Realitätsnähe der Geschichten. Was man da bei anderen mitunter sehen würde, sei in dieser Hinsicht schon schwieriger, erklärte der oberste Dienstherr der Polizei im Freistaat und überreichte den „Kollegen“ unter großem Applaus Ruhestandsurkunden.

BR-Kulturdirektor Björn Wilhelm hatte Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl zuvor mit sehr schönen Worten gewürdigt. „Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl haben als Batic und Leitmayr Fernsehgeschichte geschrieben – mit großer schauspielerischer Präzision, Leidenschaft, Charme und einer guten Portion bayerischen Humors.“ Ihr Anspruch sei immer derselbe geblieben: „einen herausragenden Krimi zu erzählen und zugleich die Welt, in der wir leben, ernst zu nehmen“.

Der heimliche Star des Abends war aber ein anderer: Sepp Ametsreiter (73) aus dem schwäbischen Hollenbach. Er hatte sich beim Lookalike-Wettbewerb des BR und unserer Zeitung beworben und holte sich zweifelsohne die Krone als bester Doppelgänger von Miro Nemec. „Tatsächlich werde ich sehr oft angesprochen“, erzählt der Rentner. „Manchmal spiele ich das Spielchen mit und sage, dass ich morgen wieder einen Dreh habe – natürlich aus Spaß“, sagt er und lacht. Dass die beiden nun aufhören, findet er schade, aber auch verständlich. Das Alter – Nemec ist 71, Wachtveitl 67 – für den Ruhestand hätten sie ja nun erreicht. „Das ist ein guter Zeitpunkt für den Abschied.“STEFANIE THYSSEN

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