Neues Duo: Ferdinand Hofer (li.) und Carlo Ljubek.BR (3)
Top-Trio: Michael Fitz, Miro Nemec, Udo Wachtveitl.
In der Folge „Starkbier“ (1999) stand Carlo (Michael Fitz) im Mittelpunkt der Geschichte.
Das Team waren immer die beiden – aber neben Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec gab es zwei Kollegen, die den „Tatort“ in den vergangenen Jahren mitgeprägt haben: Michael Fitz spielte seit seinem ersten Auftritt als Carlo Menzinger im November 1991 16 Jahre lang in 43 Fällen die Rolle des Sidekicks, der oft genug für den besonderen Kick sorgte. Die Zuschauer haben ihn geliebt, diesen lässigen Typen, der von seinen Chefs gern etwas von oben herab behandelt wurde. Unmengen von Akten knallten sie ihm wieder und wieder vor die Füße. „Bittschön, Carlo“, „Danke, Carlo“, „Gell, Carlo“.
Fitz nahm es mit Humor, stieg in der Folge „Der Traum von der Au“ aus dem Jahr 2007 aber aus, weil Carlos Geschichte irgendwie doch auserzählt war. Durch eine Erbschaft steinreich geworden, verabschiedete sich Carlo nach Thailand. Für die Folge „Macht und Ohnmacht“ (2013) kehrte er einmal zurück – und wird auch beim Finale von Batic und Leitmayr zu sehen sein. In der Folge „Unvergänglich“, die am Ostermontag läuft, hat er einen Gastauftritt bei seinen Kollegen von einst.
Nach dem Abschied von Carlo waren Batic und Leitmayr über einige Jahre als Duo auf Mörderjagd gegangen, ehe 2014 Ferdinand Hofer seinen ersten Auftritt als Kalli Hammermann hatte. Als er im September 2013 der Presse als „der Neue“ im Team präsentiert wurde, war längst nicht klar, wie lange er bleiben würde. „Offen“ sei Kallis Zukunft, hieß es damals. Man wolle sich nicht festlegen, erst mal schauen, was die Zuschauerschaft sagt. Und die mochte den Kalli von Anfang an sehr. Auch Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec fanden die Konstellation gut mit dem deutlich jüngeren Kollegen an ihrer Seite. Lustig: Die beiden Chefs haben Hammermann wie selbstverständlich geduzt, er siezte zurück. Aufgehoben wurde dieses gesellschaftliche „No-Go“, das Udo Wachtveitl einmal als einen „unzeitgeistigen Anachronismus“ bezeichnet hat, am Ende der Episode „Schau mich an“ (2024). Danach sind alle drei per Du. Kalli bekam ein eigenes Auto und musste nicht mehr hinten sitzen wie ein Kind in der Familienkutsche.
Es ist sicher eine gute Entscheidung, dass Ferdinand Hofer dem Münchner Revier erhalten bleibt. Gemeinsam mit Carlo Ljubek bildet er wie berichtet das neue Münchner „Tatort“-Team. Die ersten beiden Folgen sind bereits abgedreht (eine davon spielt auf der Münchner Sicherheitskonferenz), die erste Premiere wird noch heuer zu sehen sein.STEFANIE THYSSEN