Wiedersehen mit Saltkrokan

von Redaktion

Nostalgie zu Ostern: Das ZDF zeigt Neuverfilmung des schwedischen Lindgren-Klassikers

„Ferien auf Saltkrokan“ 1964: ein unschlagbares Original von Astrid Lindgren. © mm

Tjorven (Vega Åhman, li.) zusammen mit Hund Bootsmann und Pelle (Elton Larsson) in der neuen Serie. © Petrus Sjo·vik

Einem Original-Drehbuch von Astrid Lindgren kann man nur schwer das Wasser reichen. Das zeigen die alten „Ferien auf Saltkrokan“-Filme von 1964 mit ihrem warmen, unaufgeregten Zauber. Die Neuauflage des Klassikers, den das ZDF ab sofort in der Mediathek zeigt, ist dennoch sehenswert – gerade weil sie spürbar macht, wie kostbar diese unbeschwerten Sommer geworden sind.

Die Geschichte ist Nostalgikern vertraut: Schriftsteller Melker Melkersson reist mit seinen Kindern auf die Insel Saltkrokan. Dort treffen Pelle und seine Geschwister auf Tjorven, Stina und den treuen Bernhardiner Bootsmann. Freundschaft, kleine Abenteuer und große Gefühle bestimmen den Alltag – genau wie damals.

Die Neuverfilmung orientiert sich eng an der Originalserie, deren Drehbuch Lindgren selbst schrieb. Regisseur Frederik Edfeldt und Autorin Karin Arrhenius wagen dennoch den Sprung in die Gegenwart. Ihr Ziel: dieses schwer zu greifende Saltkrokan-Gefühl bewahren – den leichten, fast zeitlosen Sommer auf einer Schäreninsel, in dem Probleme klein und Geborgenheit selbstverständlich sind.

Vieles gelingt. Die roten Holzhäuser, das ruhige Tempo, der Humor und die klugen, frechen Kinder erinnern angenehm an die alten Filme. Auch die jungen Darstellerinnen, allen voran die der Tjorven und Stina, tragen den typischen Lindgren-Geist überzeugend weiter. Doch nicht alles fügt sich so harmonisch. Moderne Details wie handyfreie Zonen wirken konstruiert, und einige Figuren verlieren an Tiefe – besonders Malin und der sensiblere Melker, der im Original so wohltuend verletzlich war. Auch Pelles Tierliebe, einst zentral, tritt in den Hintergrund.

Wer mit den alten „Saltkrokan“-Filmen aufgewachsen ist, wird die Unterschiede spüren und vielleicht gerade deshalb merken, wie einzigartig Lindgrens Blick auf Kindheit bis heute ist. Für die jüngeren Generationen ist diese liebevoll gefilmte Neuauflage dennoch ein wunderbares Ostergeschenk.KNA/AKI

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