Michaela Axt-Gadermann, Claudia Gugger-Bessinger.
Marianne Wille (Dallmayr, v.li.), Angelika Gröger, Schönheits-Doc Constance Neuhann-Lorenz. © api/Tinnefeld
Sie haben alles schon gemacht, Crash-Diäten, Intervallfasten und Abnehmspritze, FDH („Friss die Hälfte“) zu Hause oder in ländlichen Luxuskliniken sündhaft teure Kuren. Die Damen, die sich an einem Nachmittag im Bayerischen Hof zu Kaffee, Kuchen und Schampus treffen, wollen eigentlich nur eines wissen: Wie bleiben wir schlank, ohne groß zu hungern? Was soll man nehmen, oder eben nicht? Licht ins Dunkel des undurchsichtigen Longevity-Schönheits-und Schlankheits-Dschungel versucht an diesem Tag Professorin Michaela Axt-Gadermann zu bringen, die vor dem exklusiven Damenkränzchen Auskunft gab über die neusten Forschungsergebnisse. Fasten? „Ja, aber bitte ohne vorher abzuführen, wie es in den meisten Ratgebern und Kliniken bis heute propagiert wird“, warnt sie. Das mache nur das so wichtige Darmbiom kaputt. Wie es richtig geht, ohne dass man den Körper vorher von den angeblichen Schlacken („Die gibt es nicht!“) reinigt und was man durchaus essen und trinken darf, hat sie in ihrem Buch „Der Fasten Code“ zusammengefasst. Das gefiel nicht jedem: „Mein Buch wurde auffällig oft mit schlechten Bewertungen bei Amazon überzogen. Vielen gefällt es nicht, was meine Forschungen ergeben haben, denn sie wollen ja weiterhin teure Kuren und Mittelchen verkaufen.“ Sie rät zu einer ballaststoffreichen Kost, viel trinken und ausreichend Bewegung.
Auf der Suche nach Gesundheit und schlanker Linie nehmen manche Frauen viel Geld in die Hand. „Ich habe mich auch schon im Lanserhof eingemietet“, gibt Unternehmerin Karin Holler zu. „Es war schon schön, aber später ist alles wieder drauf.“ Bis zu 30.000 Euro kostet dort eine Kur. Das weiß auch Angelika Gröger, die seit ihrem 14. Lebensjahr praktisch durchgehend auf Diät war und „schon alle Arten“ ausprobiert hat. „Das Einzige, womit ich jetzt zurechtkomme, was etwas bringt, ist das Intervallfasten, also nur innerhalb von acht Stunden essen, 16 Stunden nicht.“ Gastgeberin Claudia Gugger-Bessinger, selbst gertenschlank, weiß, was Diäten anrichten können: „Ich nahm einige Nahrungsergänzungsmittel, bekam schreckliche Krämpfe und Bauchschmerzen“, gestand sie.
Auch Marianne Wille (Dallmayr) kämpfte seit Jahrzehnten gegen die Kilos. Ob jetzt ein paar mehr oder weniger auf den Hüften sind, sei ihr egal. „Ich will meine Lebensfreude nicht verlieren, deshalb koche ich jeden Tag frisch. Ich habe jetzt die beste Zeit meines Lebens.“MARIA ZSOLNAY