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Wir gegen den Rest der Welt

von Redaktion

„Dutton Ranch“ erzählt die Geschichte von Beth und Rip aus „Yellowstone“ weiter

Die Stars des Ablegers: Beth Dutton (Kelly Reilly) und ihr Mann Rip Wheeler (Cole Hauser). © Paramount

Cowboys, Pferde, unberührte Landschaften. Neo-Western trifft Familiendrama, rohe Gewalt auf melancholische Countrymusik. Dieser einzigartige Mix machte die US-amerikanische Serie „Yellowstone“ zum Erfolg – und bescherte Kevin Costner einen neuen Höhenflug in seiner Karriere. Bis der Oscar-Gewinner 2023 nach internen Unstimmigkeiten überraschend ausstieg.

Mit dem Tod seiner Figur, des Patriarchen John Dutton, fand die Serie nach fünf Staffeln ein jähes Ende. Die Ranch und das Land gingen zurück an die Ureinwohner. Doch die Geschichte der Familie Dutton ist noch nicht auserzählt. Denn da gibt es noch Beth Dutton (Kelly Reilly), die zynische Tochter, und ihren Ehemann Rip Wheeler (Cole Hauser), meist mit Zahnstocher im Mundwinkel. Zwei Antihelden, die sich im Laufe der Serie zu Publikumslieblingen entwickelten. „Dutton Ranch“ (ab 15. Mai auf Paramount+) zeigt, wie es mit dem Liebespaar im „Wir gegen den Rest der Welt“-Modus weitergeht.

Die Dynamik zwischen Beth und Rip gehört seit Jahren zu den größten Stärken des „Yellowstone“-Kosmos. Während Beth mit ihrer impulsiven Art oft aneckt, verkörpert Rip den stoischen Cowboy alter Schule – wortkarg, loyal und brutal, wenn es sein muss. Dass die neue Serie nun diese Beziehung ins Zentrum stellt, wirkt wie ein logischer nächster Schritt.

Das Spin-off knüpft direkt an das Finale des Mutter-Epos an, schlägt aber ein neues Kapitel auf. Beth und Rip scheinen in Montana zunächst ihren Frieden gefunden zu haben, doch ein weiterer Schicksalsschlag reißt sie aus ihrer vertrauten Umgebung – und sie ziehen nach Texas. An ihrer Seite: Ziehsohn Carter (Finn Little), um den sich die sonst so kühle Beth beinahe mütterlich kümmert.

In Texas übernimmt das Trio eine traditionsreiche Ranch – und macht sie zur neuen „Dutton Ranch“. Rip arbeitet mit Vorarbeiter Azul (J. R. Villarreal) zusammen und rekrutiert den frisch entlassenen Häftling Zachariah (Marc Menchacha) als Cowboy – ganz in alter „Yellowstone“-Manier. Doch die Idylle trügt, denn auch im Süden warten Widersacher: Annette Bening spielt die benachbarte Farmbesitzerin Beulah Jackson, die ähnlich berechnend ist wie Beth. Hinzu kommt ihr skrupelloser Sohn Rob-Will (Jai Courtney), der Fehden lieber mit Fäusten als mit Worten löst.

„Dutton Ranch“ setzt auf die bewährte Erfolgsformel: idyllische Drehorte, charismatische Figuren und ein hohes Erzähltempo. Schon nach der ersten Folge stellt sich der vertraute Sog ein. Obwohl nur drei Darsteller aus der Originalserie dabei sind, fühlt sich alles vertraut an. Und wer nicht genug von den Duttons bekommt: Auch mit Beths Bruder Kayce Dutton (Luke Grimes) gibt es ein Wiedersehen. Seine Geschichte wird parallel im Spin-off „Marshals“ weitererzählt, das bereits im März bei Paramount+ startete.J. VENTKER

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