Schauspieler Michel Guillaume freut sich auf ein großes Abenteuer. © SIGI JANTZ
Er zählt die Tage! „Ich muss noch genau ein Jahr lang arbeiten, dann bin ich in Rente“, sagt Schauspieler Michel Guillaume(59). Und dann startet er in ein großes Abenteuer: eine siebenjährige Weltreise in seinem selbst ausgebauten Land Rover Defender 110 Diesel – allein, mit einer Katze im Gepäck, wie er im Interview erzählte.
Sind Sie schon am Planen Ihrer Weltreise?
Die Vorbereitung ist enorm. Ich löse gerade alles auf. Ich brauche eine Auslandskrankenversicherung, ein Zolldokument für das Auto, damit ich nicht bei jeder Grenze hin und her muss, eine Abmeldung von der Krankenkasse…
Wie sieht die Route aus?
Das ist leider das große Problem, weil irgendwer irgendwo irgendwie immer einen Krieg anfängt und ich meine Routen dauernd ändern muss. Ursprünglich war geplant: von Europa über Griechenland, die Türkei, Georgien, ein Stück durch Russland, dann nach Kasachstan, in die Mongolei, durch Zentralchina runter nach Asien. Das geht aber nicht mehr, weil man als Europäer nicht mehr nach Russland einreisen darf. Deswegen fahre ich jetzt erst einmal zwei Jahre nach Afrika.
Und dann?
Afrika ist ein großer Kontinent und sehr spannend. Die Route geht Richtung Spanien, Marokko, Westsahara, Mauretanien, Senegal, dann geht‘s weiter in den Kongo, Tansania, Kenia, Südafrika und schließlich nach Ghana. Von Ghana aus verschiffe ich das Auto über den Atlantik nach Brasilien. Danach mache ich Südamerika, und wenn es mir in Costa Rica gut gefällt, bleibe ich vielleicht eine Weile dort.
Wie finanzieren Sie diese Reise?
Ich brauche nicht viel: Lebensmittel, Diesel, mehr nicht, denn ich wohne im Auto. Ich bekomme eine ganz gute Rente, weil ich mit 14 meinen ersten Film gemacht habe.
Bis es losgeht, spielen Sie noch Theater?
Ich habe noch zwei offene Verträge.
Reisen Sie alleine?
Ja, aber ich nehme eine kleine Katze mit. Die hole ich mir aus dem Tierheim.
Sie haben eine harte Zeit hinter sich…
Meine Mutter, die schwer dement war, ist vor zwei Monaten gestorben. Ich habe sie sieben Jahre lang gepflegt und bin dabei selbst krank geworden. Dann noch meine Trennung im letzten Jahr. Das war wirklich fordernd. Aber irgendwann scheint die Sonne wieder.
Haben Sie einen Plan B für Ihre Reise?
Ich probiere es aus. Wenn es mir nach zwei Jahren nicht mehr gefällt, komme ich zurück, mache etwas anderes. Ich glaube, das ist der richtige Zeitpunkt. Die Welt wird nicht ruhiger. Wer weiß, wie lange man noch frei reisen kann.