Schmiedet Rachepläne im Gefängnis: Adele Neuhauser als verurteilte Mörderin. © Hubert Mican
Manchmal reicht schon die Nennung zweier Namen, um das große Potenzial eines Films zu sehen: Wenn Schauspielerin Adele Neuhauser und Drehbuchautor Uli Brée gemeinsame Sache machen, dann kommt in der Regel charmante Unterhaltung heraus. Im ZDF-Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“ (heutiger Montag um 20.15 Uhr und nach dem „heute journal“ ab 22.15 Uhr sowie in der Mediathek) schrieb Brée der beliebten Wiener Darstellerin die Rolle einer Ex-Society-Lady auf den Leib, die nach Jahren im Gefängnis wegen des angeblichen Mordes an ihrem Mann freikommt. Lustvoll versteht es der Genremix, Krimikomödie mit Gesellschafts- und Familiensatire zu verknüpfen.
Adele Neuhauser, wandelbar wie eh und je, spielt die einstmals millionenschwere Gloria Almeda. Dass der frühere Star der Wiener Gesellschaft zehn Jahre lang von der Bildfläche verschwunden war, hatte einen dann doch eher ungewöhnlichen Grund: Gloria saß im Gefängnis, verurteilt für den Mord an ihrem Gatten Victor (Bernhard Schir), der bei der Explosion einer Gartenlaube beim Techtelmechtel mit seiner Geliebten ums Leben kam. Damals, so zeigt der auf zwei Zeit-Ebenen spielende Film die luxuriös-oberflächliche Vergangenheit, war Gloria eine shoppingsüchtige Lady der „Bussi-Bussi-Gesellschaft“.
Nach der Verurteilung – zu Unrecht, wie Gloria betont – ließ ihre dysfunktionale Familie sie völlig im Stich. Eine große Enttäuschung mit Konsequenzen: „Wenn dir genau die Menschen, die dich stärken sollten, in den Rücken fallen, bleibt dir nur eines: Rache.“ Nun, da sie zurück ist, wenn auch mit Fußfessel an die Villa gebunden, will sie den wahren Mörder ihres Mannes finden. Sie ist überzeugt, dass der- oder diejenige sich in ihrer engsten Umgebung befindet.
Ihre Villa ist für Gloria Almeda kein Ort der Geborgenheit. Während sie im Knast saß, haben sich ihre Kinder Leonie (Fanny Krausz) und Severin (erneut fantastisch verkörpert von Neuhausers Dauerschauspielpartner Manuel Rubey) sowie die Schwiegerkinder Gaston (Andreas Lust) und Stella (Stefanie Stappenbeck) bereits eifrig daran gemacht, das Erbe zu verteilen. Nicht mit Gloria: Sie hat zwei ehemalige Mithäftlinge als „Personal“ in das Haus eingeschleust, die für sie spionieren und sie unterstützen. Schritt für Schritt setzt sich ein Puzzle zusammen, in dem auch alte Freunde wie der Ex-Geliebte Tono Pfeifer (Roland Koch) und dessen Ehefrau Bernadette (Elena Uhlig) zwielichtige Rollen spielen.KNA/HAASE