Ist bitter enttäuscht von der ARD: Stefan Mross. Er erfuhr von seinem Aus am selben Tag wie die Presse. © Ditfurth/dpa
Wenn am 31. Mai die neue Staffel von „Immer wieder sonntags“ im Ersten startet, dann werden – selbst wenn die Sonne vom Himmel lacht – dunkle Wolken der Trauer über dem Europapark Rust hängen. Denn für die Fans vor Ort, die Zuschauer daheim und das Team der ARD-Show ist es der Auftakt zum unfreiwilligen Finale. Wie berichtet, stellt die ARD die Sendung von Stefan Mross ein. Nach 21 Jahren! Im März wurde diese durchaus überraschende Entscheidung vom zuständigen SWR kommuniziert – und auch Mross wurde erst kurz bevor die Pressemitteilung rausging informiert. „Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt der 50-Jährige und redet sich jetzt in der „Bild“-Zeitung regelrecht in Rage. Mross‘ Abrechnung mit der ARD!
Der Sänger und Moderator ist vor allem mit der Art und Weise, wie er vom Sender behandelt wurde, überhaupt nicht einverstanden. Als er zum vereinbarten Termin kam, sei er davon ausgegangen, dass über die Zukunft der Sendung gesprochen würde, so Mross. „Ich hatte beste Laune“, erinnert er sich. Bis ihm aufgefallen sei, dass nur zwei Personen vom SWR am Tisch gesessen hätten, darunter die Unterhaltungschefin. „Ich witzelte noch: Oha, das schaut ja nach Kündigung aus.“ Doch das Lachen sollte ihm schnell vergehen, als ihm mitgeteilt wurde: Das Format wird eingestellt. Die Verantwortlichen hätten von ihm verlangt, dass er innerhalb von zehn Minuten Zitate freigeben solle, die sie für ihn formuliert gehabt hätten. „Als wäre das Aus meiner Show in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt.“ Er habe unter Schock gestanden und sich geweigert, irgendwas zu unterschreiben, Tränen seien geflossen. „Die Sendung war mein Leben. Unser aller Leben.“ So weit. So hart.
Jetzt kann man natürlich den Kopf schütteln über den ganzen Vorgang. Zyniker würden vielleicht sagen: Immerhin wurde Stefan Mross in einem persönlichen Gespräch sein Aus mitgeteilt. Andere, wie zuletzt der bayerische Kultmusiker Stofferl Well, sind per Telefon abserviert worden. Das Grundsätzliche aber bleibt: Die ARD macht Tabula rasa – und das sorgt vielerorts für Verbitterung und Enttäuschung, zuletzt auch beim „Tatort“ aus Dresden, der für drei Jahre pausieren muss (wir berichteten).
Zurück zu Mross: Der SWR bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der TV-Star am selben Tag vom Aus seiner Show erfuhr wie die Presse: „Der SWR hat Stefan Mross am 20. März persönlich informiert, dass ,Immer wieder sonntags‘ ab 2027 nicht fortgeführt wird sowie die Hintergründe dazu erläutert“, heißt es dazu gestern. Und weiter: „Der SWR legt großen Wert auf die Wahrung der Vertraulichkeit interner Gespräche und hält sich an alle diesbezüglich getroffenen Vereinbarungen. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus diesen Gründen nicht ins Detail gehen.“STEFANIE THYSSEN