Leutnant Mario de Monti (Wolfgang Völz, v. li.), Major Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr), Leutnant Tamara Jagellovsk (Eva Pflug) und Leutnant Hasso Sigbjoernson (Claus Holm) in ihrem Raumschiff. © dpa
10, 9, 8, 7 … Der legendäre Countdown zum Start von „Raumpatrouille Orion“ läuft. 60 Jahre nach der Premiere in der ARD hebt die „deutsche Enterprise“ wieder ab.
Dafür sorgt die Neuauflage des „Raumpatrouille“-Soundtracks von Komponist Peter Thomas. Die erste deutsche Science-Fiction-Serie mit Dietmar Schönherr und Eva Pflug in den Hauptrollen wurde damals noch in Schwarz-Weiß gedreht. Farbe ins Spiel brachte die Musik mit ihrem unerhört modernen Space-Disco-Jazz, die seitdem unzählige Male gesampelt und neu aufgenommen wurde, von Pulp über Mousse T. bis zu den Fantastischen Vier.
„Mein Vater fand seine Musik zur Raumpatrouille gar nicht so herausragend“, verrät Peter Thomas’ Sohn Philip, der mit großem Engagement den Nachlass seines Vaters pflegt, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Er meinte: Es ist ja nur eine a-Moll-Akkordfolge mit einer einfachen Melodie.“ Doch die „einfache Melodie“ ist längst Kult. Als der Orion-Soundtrack unlängst live in Berlin mit dem Babylon-Orchester aufgeführt wurde, juckte es auch die jungen Fans in den Beinen. „Das ist nicht nur ein Boomer-Ding“, staunt Philip Thomas.
Sein Vater hat ihm eine 1-Terabyte-Festplatte mit liebevoll digitalisierten Aufnahmen hinterlassen, aus der zuletzt unter anderem Songs aus dem „Kommissar“, aus „Derrick“ und „Der Alte“ erschienen sind. Nun also die Raumpatrouille, behutsam remastered und mit vier bislang unveröffentlichten Bonus-Titeln wie „McLane in Command“ oder der Original-TV-Version „Space Patrol“.
In München war Philip Thomas kürzlich zu Gast in der Bayerischen Staatsbibliothek, der sein Vater seine gesamten Noten hinterlassen hat. „Es ist schon etwas Besonderes, ihn praktisch selbst in der Hand zu halten, mit seiner Schrift, mit seinen Partituren.“ Die Raumpatrouille ist einst aus Bayern ins Weltall abgehoben, mit den Aufnahmen bei der Bavaria Film in Geiselgasteig, mit Außendrehs auf Schloss Höhenried oder auf dem Münchner Königsplatz als Teil der Raumschiffbasis 104.
Kein Wunder, dass Philip Thomas die Orchester-Aufführung der „Orion“ auch nach München bringen möchte, Gespräche mit dem Bergson Kunstkraftwerk in Aubing laufen. Und danach? Die Edgar-Wallace-Soundtracks warten auf Veröffentlichung.JÖRG HEINRICH
Peter Thomas:
Raumpatrouille Orion (Allscore)