Herbert Herrmann und Lebensgefährtin Nora von Collande bei einer Premiere im Bayerischen Hof. © Schneider-Press
Er stand auf zahlreichen Bühnen deutscher Boulevardtheater, immer wieder auch in der Komödie im Bayerischen Hof, und gehörte jahrzehntelang zur Stammbesetzung der Berliner Komödie am Kurfürstendamm – doch die meisten Deutschen kennen Herbert Herrmann als Charmeur aus ZDF-Fernsehserien wie „Drei sind einer zu viel“ oder „Ich heirate eine Familie“. Am Sonntag wird der gebürtige Schweizer 85 Jahre alt.
Herrmann wurde am 7. Juni 1941 in der Schweizer Bundesstadt Bern geboren, wo er auch aufwuchs und eine Lehre als Schriftsetzer absolvierte. Zwölf Jahre lang arbeitete er in diesem Beruf bei einer Zeitung, bis er nach Zürich zog und dort eine abendliche Theaterschule besuchte. In den Siebzigerjahren folgten erste Engagements am Renaissance-Theater Berlin oder an der Kleinen Komödie in München.
Schon nach wenigen Jahren im Schauspielgeschäft übernahm Herrmann auch immer häufiger kleine Rollen im Fernsehen, bis ihm mit der 1977 ausgestrahlten Serie „Drei sind einer zu viel“ der Durchbruch gelang. Darin muss sich Jutta Speidel zwischen Herrmann und seinem filmischen Nebenbuhler Thomas Fritsch entscheiden. Im echten Leben wählte sie allerdings Herrmann – die beiden wurden für fünf Jahre ein Paar. Herrmann sei ihre „erste große Liebe gewesen“, sagte Speidel vor einiger Zeit in einem Podcast.
In den Achtzigerjahren folgten weitere Serienrollen für Herrmann, neben der des Familienfreunds in „Ich heirate eine Familie“ auch ein auf ihn zugeschnittener Comedy-Dreiteiler namens „Herbert ist Herrmann“. In Filmen war Herrmann ebenfalls zu sehen, teilweise stand er auch mit seiner damaligen Partnerin, der Schauspielerin Susanne Uhlen, vor der Kamera.
Seit der Jahrtausendwende konzentrierte sich Herrmann wieder fast ausschließlich auf das Boulevardtheater. Auf der Bühne agierte er die vergangenen 20 Jahre meist an der Seite seiner aktuellen Lebensgefährtin Nora von Collande, bekannt aus „Forsthaus Falkenau“. Die beiden lieben „Komödien mit Tiefgang“, wie Herrmann 2021 dem „Stern“ sagte. Vor allem an den Berliner Ku’damm-Bühnen bestritten sie zahlreiche Zwei-Personen-Stücke, bis es 2024 laut Herrmann wegen eines Kommunikationsproblems zum Bruch mit dem Theater kam.
Seitdem kann sich Herrmann, der neben seinem Erstwohnsitz im schweizerischen Grindelwald auch ein Haus auf Mallorca besitzt, auf seine Rolle als Großvater und Urgroßvater konzentrieren. Dank seiner drei Kinder von drei verschiedenen Frauen hat er mehrere Enkel und Urenkel, von denen er aber schlicht Herbert genannt werden will, wie er im vergangenen Jahr im Interview verriet. Der Grund: Er habe es nicht so mit dem „Opa-Sein“.AFP