Harry-Hysterie in Holland

von Redaktion

Als Dank an die Fans: Popstar Styles schaltet Zeitungsanzeige in Amsterdam

„Ich liebe Dich“: Die Anzeige in der Zeitung „Het Parool“ © Birschel/dpa

Harry liebt seine Fans – und sie lieben ihn: Styles bei den Brit Awards und drei junge Frauen, die sein Konterfei vor der Johan-Cruijff-Arena in Amsterdam bewundern. © Garfitt/afp, Mol/EPA

Ganze zehn Konzerte hat Harry Styles in Amsterdam gespielt – und die Fans bejubelten den britischen Superstar so sehr, dass der sich nach seinem Show-Marathon nicht lumpen lassen wollte: Styles bedankte sich bei der Grachten-Stadt und ihren Bewohnern mit einer riesigen Zeitungsanzeige. Damit löste er freilich einen regelrechten Harry-Hype in Holland aus. In der Samstagsausgabe der Tageszeitung „Het Parool“ ist eine ganzseitige, handgeschriebene Nachricht von Styles abgedruckt, in der er sich für die Gastfreundschaft bedankt. Nun gibt es einen Run auf die Zeitung, die vergriffene Ausgabe wird im Internet zu Höchstpreisen gehandelt.

Wer Harry Styles live erlebt hat, weiß um das innige Verhältnis zwischen ihm und seinen Fans. Er ist der Posterboy der woken Generation, der große zeitgenössische Weltstar, der Achtsamkeit und Queerness augenscheinlich lebt (auf dem Cover der „Vogue“ posierte er im Kleid, um seine nonbinäre Seite zu zeigen). Er geht verbindlich auf die Schilder ein, die ihm seine Anhängerinnen und Anhänger hinhalten, gibt Beziehungstipps und gute Ratschläge: Party und Paartherapie gehen bei seinen Konzerten Hand in Hand.

So ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, geradezu typisch, was Styles in Handschrift auf Niederländisch in die Zeitung drucken ließ: „Danke, ich liebe dich!“, steht da als Adresse an die Stadt Amsterdam. Auf Englisch schreibt der Star noch: „Amsterdam, man vergisst nie das erste Mal. Danke, dass wir hier sein durften!“ Darunter ein Herzerl und das Logo von Harrys „Together Together“-Tour, in eng verschlungenen Buchstaben.

Wie man sich denken kann, war die Zeitungsausgabe in Windeseile ausverkauft. Auf Anzeigenportalen hat man sie niederländischen Medienberichten zufolge zum Kauf angeboten – für bis zu 200 Euro pro Exemplar, Tendenz steigend. „Het Parool“ selbst zitiert in einem Artikel über das Phänomen die 26-jährige Indira De Rooij: „Das ist doch einfach bizarr, oder? Ich habe für diesen Typen schon genug Geld ausgegeben.“ Siebenmal hat der Fan Styles in Amsterdam live erlebt.

Die Redaktion wurde von der Nachfrage selbst komplett überrascht. Der Posteingang auf Instagram habe sich binnen kürzester Zeit mit Nachrichten von Fans aus dem ganzen Land gefüllt. Die meisten baten inständig darum, man möge ihnen ein Exemplar zuschicken. Bei „Het Parool“ sieht man den Hype mit Genugtuung. Chefredakteur Michiel Couzy sprach auf der Homepage des Mediums von einem möglichen Sammlerstück und betonte, wie wertvoll es sei, mit einer gedruckten Zeitung ein junges Publikum zu erreichen. Und er macht den Fans Hoffnung: Einem Bericht der Nachrichtenagentur ANP erwägt „Het Parool“ einen zweiten Druck der Samstagsausgabe.

Harry Styles setzt seine Tour derweil fort. Neun Konzerte sind im Londoner Wembley-Stadion anberaumt, danach geht’s für fünf Shows nach São Paulo in Brasilien. Vielleicht bleibt es ja nicht bei einer Zeitungsanzeige.JOHANNES LÖHR

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