Abdullah Ibrahim beim Jazz-Festival Kapstadt 2026. © afp
Seine Musik war ein Statement gegen Rassismus. Bei Nelson Mandelas Amtseinführung spielte Abdullah Ibrahim 1994 sein ikonisches Lied „Mannenberg“, eine federnde Soul-Groove-Nummer, die dem ersten schwarzen Präsidenten während seiner Gefängniszeit neuen Mut gespendet hatte. Jetzt ist der Jazzpianist und Komponist Ibrahim, der vorwiegend im Chiemgau lebte, mit 91 gestorben.
Einige seiner letzten Konzerte spielte er in und um Aschau. Ein Weltstar, umgeben von Fans, die seinem feinen Spiel und seinen Erzählungen lauschten. Mit Melodien führte er durch sein Musikerleben, das 1934 in Kapstadt begann, wo er als Adolph Johannes Brand geboren wurde. Seine Großmutter spielte Klavier in der Kirche, er selbst saß mit sieben Jahren regelmäßig an den Tasten. Weil Schwarzen kein Musikstudium erlaubt war, schlug er sich später als Tanzmusiker Dollar Brand durch, gründete die Jazz Epistles und später das von Duke Ellington geförderte Dollar Brand Trio. Musikfans auf der ganzen Welt feierten Brand, der sich nach seiner Bekehrung zum Islam Abdullah Ibrahim nannte. Am 28. Juli hätte er im Bayerischen Hof auftreten sollen.AKI