Gaby Köster (vorne) ist mit dem E-Rolli unterwegs. © RTL+
Die Serie „Ritas Welt“ war ein großer Erfolg. © RTL
Vor 18 Jahren änderte sich das Leben von Gaby Köster. Mittlerweile kämpft sie um ihre Existenz. © Seidel/dpa
Die Ärzte auf der Intensivstation gaben ihr keine Chance, doch Gaby Köster (64) kämpfte sich nach ihrem Schlaganfall vor 18 Jahren zurück ins Leben! Heute begleiten die Schauspielerin zwar Einschränkungen, aber auch eine neue Stärke. „Einsam bin ich nicht“, sagt sie im „Bunte“-Interview, auch wenn Alltag und Gesundheit sie fordern.
Sie lebe alleine, male viel und sei mit dem E-Rolli unterwegs. Denn ihre linke Körperhälfte ist bis heute gelähmt, Laufen und Greifen musste Köster in einer Reha neu lernen. Kraft gebe ihr Spiritualität. „Meine Heilsteine habe ich immer dabei! Den Großteil meiner Heilung verdanke ich der Kraft der Spiritualität.“ Dieses Thema hat Köster schon immer interessiert. Mittlerweile vertraut sie den Tarotkarten, schläft mit ihrer Energiezahl unterm Kissen und setzt auf ihre Heilsteine, die sie auch als Halsketten und Armbänder trägt.
„Seitdem ich meine Spiritualität lebe, begegnen mir die wundervollsten Dinge, und für mich persönlich ist Spiritualität inzwischen überlebenswichtig geworden.“ Ihre Botschaft: Das Leben ist auch mit Einschränkung absolut lebenswert. Wenn Köster heute Bilder von früher sieht, wie sie Anfang der 2000er als Comedy-Star unzählige Preise gewann und für ihre Rolle in der Fernsehserie „Ritas Welt“ gefeiert wurde, kommt sie sich fremd vor. „Das ist wie so ne Zwillingsschwester, das ist einfach ein anderes Leben“, sagt sie. „Ich achte heute mehr auf Dinge und freue mich so an kleinen Sachen.“
Vor allem das Reisen macht Köster großen Spaß. Doch große Sprünge kann sie sich nicht mehr leisten. Die Schauspielerin gibt zu: Finanziell geht es ihr nicht gut.
„Die Rücklagen aus den guten Zeiten sind längst aufgebraucht“, sagt sie. „Ich lebe vom Dispo und habe mein Haus beliehen. Das macht mir wirklich schlaflose Nächte.“ Nach ihrem Schlaganfall zog sich Köster aus der Öffentlichkeit zurück. 2011 folgte ihr großes TV-Comeback bei „SternTV“. Seitdem schrieb sie mehrere Bücher.
Unterstützung bekommt die Kölnerin von ihrem Sohn aus ihrer geschiedenen Ehe mit dem Regisseur Thomas Köller. Einen neuen Mann an ihrer Seite vermisst Köster nicht. „Bei mir gibt es nur noch ambulant und nicht mehr stationär, denn das hatte ich und das will ich nicht mehr.“
Überhaupt änderte ihr Schlaganfall Kösters Einstellung zum Leben. „Alles, was irgendwie nicht glatt läuft, sehe ich mittlerweile als Herausforderung. Wenn was nicht klappt, ist es nicht schlimm, dann versucht man es am nächsten Tag erneut.“TERESA WINTER