„Die Leidenschaft für die Malerei habe ich schon seit meinem 16. Lebensjahr“, erzählt Martin Feifel. Inspiriert hat ihn vor allem sein Vater. © Michaela Hartmann (4)
Bereits als Jugendlicher entdeckte Schauspieler Martin Feifel (62) seine Leidenschaft für die Kunst, begann dann aber 1987 eine Schauspielausbildung in Bochum. Ein Schicksalsschlag in seiner Familie erweckte erneut Feifels Faible für die Malerei. Nun stellt der Münchner bis 29. August in der Galerie Christoph Dürr seine Werke mit dem Titel „Woher? Vom Meer“ vor. Bei der Vernissage am Samstag verriet er unserer Kolumnistin Anke Sieker, dass seine Bilder Ausdruck seiner Sehnsüchte sind.
Seit wann beschäftigen Sie sich mit der Kunst?
Die Leidenschaft für die Malerei habe ich eigentlich schon seit meinem 16. Lebensjahr. Mein Vater hätte es auch lieber gesehen, dass ich Maler statt Schauspieler werde. Er war gut mit dem Berliner Maler Willibrord Haas befreundet und unterstützte ihn, indem er viele seiner Bilder kaufte, die daraufhin überall in unserem Haus hingen. Haas‘ abstrakte Malerei hat mich als Kind fasziniert, und so kam es, dass er die Person wurde, die mich in die Kunst einführte. Bei ihm lernte ich verschiedene Techniken, vom Kupferdruck bis hin zur Aquarellmalerei. Dann kam bei mir die Schauspielerei hinzu, und die Malerei geriet ein bisschen in Vergessenheit.
Wann haben Sie die Malerei für sich wiederentdeckt?
Als mein Vater im Sterben und im Halbkoma lag, habe ich ihm Gedichte rezitiert, Musik vorgespielt und wieder angefangen zu malen – weil ich wusste, wie viel Freude er daran hätte. Also saß ich häufig an seinem Bett, zeigte ihm meine Bilder auf dem Handy, obwohl ich nicht wusste, ob er sie wahrnimmt. Auch am Abend, bevor er starb, zeigte ich ihm Bilder und bemerkte, dass er plötzlich seine Lippen schürzte, als würde er „schön“ sagen wollen. Das war so ein zauberhafter Moment und der Auslöser dafür, wieder verstärkt zu malen. Diejenige, die meine Bilder dann sozusagen aus dem Keller ans Licht geholt hat, war die Homburger Galeristin Julia Johannsen, bei der ich 2021 zum ersten Mal ausstellen durfte.
Wie kamen Sie auf den Titel Ihrer aktuellen Ausstellung „Woher? Vom Meer“?
Meine Bilder sind meist Ausdruck meiner Sehnsüchte. Und bei der Betrachtung meiner aktuellen Bilder fiel mir auf, dass ein Thema häufig das Meer ist. Dazu kam mir eines meiner Lieblingsgedichte von Klabund in den Sinn, das lautet: „Woher? Vom Meer. Wohin? Zum Sinn. Wozu? Zur Ruh. Warum? Bin stumm.“ Das fand ich sehr treffend. Denn die Liebe zum Meer ist bei mir sehr präsent. Mein Traum ist es, eines Tages ein Haus am Meer zu haben, dort alt zu werden.
Könnten Sie auch von Ihrer Kunst leben?
Ich verkaufe zwar relativ gut. Davon leben werde ich wahrscheinlich nicht können. Ich versuche aber auch meine Preise nicht zu hoch anzusetzen, weil ich möchte, dass die Menschen überhaupt eine Chance haben, ein Bild zu kaufen.
Fällt es Ihnen schwer, Ihre Bilder zu verkaufen?
Anfangs habe ich bitterlich geweint, als ich mich von meinen Bildern trennen musste. Doch meine Frau hat zu mir gesagt: „Martin, du musst dir vorstellen: Dieses Bild hängt jetzt bei jemandem im Wohnzimmer. Und derjenige erfreut sich jeden Tag daran.“ Daraufhin fiel es mir leichter, meine Bilder wegzugeben. Weh tut’s allerdings immer noch.