Zubin Mehta: Alle Wünsche erfüllt

von Redaktion

Bekam Ovationen: Zubin Mehta im Herkulessaal. © BR

Aller guten Dinge sind drei. Und da war es beinahe selbstverständlich, dass zum 90. von Zubin Mehta ein Geburtstagskonzert nicht ausreichen würde. Nach Auftritten beim Staatsorchester und den Philharmonikern war zum Saisonfinale nun das BR-Symphonieorchester an der Reihe, den Publikumsliebling hochleben zu lassen. Mit Pianist Rudolf Buchbinder traf Mehta dabei im Herkulessaal gleich noch auf einen weiteren Jubilar, dessen 80 heuer ebenfalls im Kalender steht.

Zwei liebenswerte Sturköpfe, die beide schon lange ihr individuelles Beethoven-Ideal gefunden und dieses über die Jahre gepflegt haben. Wobei sich im dritten Klavierkonzert des Komponisten sehr wohl eine ausreichend große Schnittmenge fand. Buchbinders eleganter Anschlag und Noblesse in der Solokadenz ergänzten sich da stimmig mit dem wohligen Schönklang, den Mehta kultivierte. Und durch das gegenseitige Anstacheln kam da jener Schwung in den Abend, den man zu Beginn noch ein wenig vermisste. Denn die Ouvertüre zu Wagners „Rienzi“ hatte sich mit übergroßem Pathos zunächst bleischwer dahingeschleppt und wollte so gar nicht in Gang kommen.

So war es durchaus klug von Mehta, nach der Pause auf Strauss‘ philosophischen „Zarathustra“ zu verzichten und Tschaikowskys Vierte aufs Programm zu setzen. Ein Werk, bei dem das Orchester ihm jeden seiner Wünsche von den Augen abzulesen schien. Wodurch der gesundheitlich angeschlagene Maestro hier selbst mit reduzierten Gesten einen leidenschaftlichen Klangrausch entfesselte, für den er von seiner treuen Münchner Fangemeinde mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.TOBIAS HELL

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