Als Rocky wurde er weltberühmt. © 21st Century Fox
Veteran des Kampfkinos: Sylvester Stallone. © Vennenbernd
Es ist ein Job, um den sich viele Hollywood-Stars nicht reißen: Noch vor seiner Amtseinführung hat US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr drei Schauspieler zu seinen „Sonderbotschaftern“ in Hollywood ernannt: Jon Voight, Mel Gibson – und Sylvester Stallone. Letzterer, der durch die „Rocky“- und „Rambo“-Filme bekannt wurde und mit den „Expendables“ den kämpfenden Rentnern ein Denkmal setzte, hat diese Ehrung gerne angenommen. Stallone ist ein Unterstützer Trumps.
Auf der Leinwand war Sylvester Stallone, der am Montag 80 Jahre alt wird, der berühmteste Boxer der Kinogeschichte: Rocky Balboa. Ein Karrierebeginn wie ein Paukenschlag: Der Film „Rocky“ aus dem Jahr 1976 zeigt eine uramerikanische Geschichte vom Aufstieg eines Underdogs. Rockys Trainingslauf durch das Armenviertel Philadelphias ist eine der ikonischen Szenen des US-Kinos.
Stallone hatte auch das Drehbuch geschrieben. Inspiriert hat ihn der legendäre Kampf zwischen Muhammad Ali und Chuck Wepner 1975, den Ali gewann. Stallone ist Sohn eines sizilianischen Einwanderers und änderte seinen Nachnamen von Staglione zu Stallone. Geboren 1946 in New York, wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde von etlichen Schulen verwiesen.
„Rocky“ machte Stallone, der an einer geburtsbedingten Muskellähmung im Gesicht leidet, über Nacht berühmt. Bis zu diesem Film hatte er sich mit kleinen Rollen durchgeschlagen, Drehbücher geschrieben, in einem Softcore-Sexfilm mitgewirkt. Zehnmal war „Rocky“ für den Oscar nominiert, Stallone sogar als bester Hauptdarsteller – gewonnen hat er ihn nicht.
Vielleicht war es seine Präsenz und Authentizität in „Rocky“, die ihn für seine zweite, das populäre Kino prägende Rolle prädestinierte: den Vietnam-Veteranen John Rambo, der in „Rambo“ (1982) von Polizei und Militär durch die Wälder gejagt wird. Rambo ist in diesem Film ein vom Krieg Traumatisierter. Heute ist es selbstverständlich, dass auch Actionfilme in die Abgründe der Seelen ihrer Protagonisten schauen. Rambo war damals schon ein Held, der mit seinen inneren Dämonen kämpfen musste und versuchte, mit sich und seiner Existenz als „Kampfmaschine“ klarzukommen.
Aus Rambo wurde ein geflügeltes Wort und aus den Filmen „Rocky“ und „Rambo“ Kinoserien. Es gehört zur Tragik des Schauspielers Sylvester Stallone, dass er in zu vielen Fortsetzungen mitgewirkt hat. Und dass ihm der Witz und die Selbstironie fremd waren, die andere Actionhelden wie Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger pflegten. In den Achtzigerjahren gehörte Stallone zu den bestbezahlten Hollywood-Stars. Aber er konnte sich nicht von seinem Muskelprotz-Image lösen. Das gelang ihm erst mit der Rolle eines einfältigen Sheriffs in „Cop Land“ (1997). In den frühen 2000er-Jahren wurde es ruhig um Stallone. Mit „John Rambo“ und „Rocky Balboa“ gelang es ihm 2007, an seine Wurzeln anzuknüpfen.RUDOLF WORSCHECH