Auf Tuchfühlung mit Fox Mulder

von Redaktion

„Akte X“-Star David Duchovny beim Filmfest geehrt und von den Fans gefeiert

Preisträger Duchovny, Julia Weigl, Christoph Gröner

Viel Zeit für die Fans: David Duchovny am Samstagabend im Amerikahaus. © Simon/Api, Hörhager/dpa

Kino für alle – das war das Motto der vergangenen zehn Tage beim Filmfest München. Am Samstagabend hieß es aber vor allem: David Duchovny für alle. Der 65-Jährige, der in der TV-Serie „Akte X“ über Jahre ein Millionenpublikum begeistert hat, wurde mit dem Ehrenpreis des Festivals ausgezeichnet und nahm sich viel Zeit für die Fans, die ins Amerikahaus gekommen waren und auf Tuchfühlung mit Fox Mulder gehen konnten. „Ich bin zum ersten Mal in München“, sagte er, während er Autogramme gab und Selfies machte, „und ich genieße es.“ Am Montag dreht er hier – wir berichteten bereits exklusiv – einen neuen Film unter der Regie von John Lee Hancock, der die Laudatio auf Duchovny hielt und ihn als vielseitigen Künstler würdigte. Er sei Schauspieler, Autor, Sänger, Songwriter, Drehbuchautor und Regisseur. „Allein diese Liste laut vorzulesen, gibt mir das Gefühl, ein fauler Hund zu sein“, so Hancock. Nicht thematisiert wurde, dass ein Todesfall den Dreh überschattet: Der Produzent Moritz Borman verstarb im Alter von 71 Jahren.

David Duchovny, der auch mit 65 noch jugendliche Frische versprüht, gab sich im Gespräch mit den Festival-Chefs Julia Weigl und Christoph Gröner aber durchaus nachdenklich, zeigte sich genervt vom ewig positiv polternden Donald Trump („Win win win“) und hielt ein Plädoyer dafür, auch das eigene Scheitern zu akzeptieren. „Es sind der Schmerz und der Verlust, die uns vereinen – nicht Erfolg oder große Höhenflüge“, so der gebürtige New Yorker, dessen neuer Film im Anschluss an die Preisverleihung Premiere feierte: „See you when I see you“ erzählt als Tragikomödie die Geschichte einer Familie, die nach dem Suizid der Tochter um ihr eigenes Weiterleben kämpft. Duchovny spielt den Vater. Wann der Film in die deutschen Kinos kommt, steht noch nicht fest.

Der Abend mit Duchovny war – neben dem Auftritt des Kult-Regisseurs Pedro Almodóvar – der Höhepunkt des Filmfests, das erneut punkten konnte mit 95.000 Besuchen und starken Filmen: Der CineMasters Award ging an „Von Scham und Geld“, den am höchsten dotierten Preis (100.000 Euro) erhielt „Strange River“. Beliebtester deutscher Film wurde „Lieblingsmenschen“.

Einen mehr als bedrückenden Abend gab es allerdings auch: Am Freitag wurde „Block 10“ von Alice Brauner gezeigt. Der Film erzählt die wahre Geschichte jüdischer Frauen, die in Auschwitz zu Opfern medizinischer Experimente wurden. Im November soll er in die Kinos kommen.S. THYSSEN

Artikel 2 von 2