Großes Kino für laue Abende

von Redaktion

Die ARD startet ab heute in den Filmsommer und zeigt sieben sehenswerte Produktionen

Szene aus „Kleine schmutzige Briefe“. © ARD

Florian David Fitz (re.) und Cecilio Andresen sind „Wochenendrebellen“. © LEONINE/Wiedemann & Berg Film

Ab heute rollt das Erste wieder den roten Teppich für sein „ARD SommerKino“ aus. Seit 1997 gehört die beliebte Filmreihe zum Ferienprogramm. Sieben Filme laufen im Juli und August – überwiegend montags um 20.15 Uhr, zwei weitere freitags am späten Abend um 22.20 Uhr.

Den Auftakt macht heute die wunderbare Tragikomödie „Wochenendrebellen“. Marc Rothemunds Film mit Florian David Fitz, Aylin Tezel und dem beeindruckenden Nachwuchsdarsteller Cecilio Andresen erzählt die wahre Geschichte des autistischen Fußballfans Jason, der sich erst dann für einen Lieblingsverein entscheiden will, wenn er die Heimstadien aller 56 Erst-, Zweit- und Drittligisten gesehen hat. Der Film beruht auf den realen Abenteuern von Mirco von Juterczenka und seinem autistischen Sohn. Aus einem Blog wurde ein Buch und daraus dieser Kinofilm, der 2023 mehr als eine Million Menschen ins Kino lockte.

Auch danach setzt das SommerKino auf Publikumslieblinge statt Arthouse-Exoten. In „Oh la la: Wer ahnt denn sowas?“ (20. Juli) sorgt ein Gentest für familiäres Chaos und reichlich kulturelle Überraschungen. Mittendrin: Frankreichs Superstar Christian Clavier, der mit gewohnter Lust an der Provokation sämtliche Pointen zündet.

Am Freitag, 24. Juli, folgt mit „Kleine schmutzige Briefe“ eine herrlich britische Mischung aus Krimi und Komödie nach einer wahren Begebenheit. Olivia Colman und Oscarpreisträgerin Jessie Buckley liefern sich ein Schauspielduell voller Witz und Bosheit.

Mit „Die leisen und die großen Töne“ (27. Juli) geht es anschließend nach Nordfrankreich, wo zwei ungleiche Brüder zueinanderfinden. Deutlich längere Wege legt Jim Broadbent in „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ (31. Juli) zurück: 700 Kilometer zu Fuß durch England, um einer sterbenden Freundin beizustehen – ein ebenso stilles wie bewegendes Roadmovie, getragen von Broadbent und Penelope Wilton.

Am 3. August übernimmt Kate Winslet die Hauptrolle in „Die Fotografin“. Das Drama zeichnet das Leben der Kriegsfotografin Lee Miller nach, deren Bilder die Verbrechen des Nationalsozialismus dokumentierten. Den Abschluss bildet am 17. August „Der Buchspazierer“ mit Christoph Maria Herbst – eine Romanverfilmung über die Kraft der Bücher und die Menschen, die sie zusammenbringen.

Großes Blockbuster-Kino sucht man im diesjährigen SommerKino vergeblich. Dafür bietet die ARD eine klug zusammengestellte Auswahl aus Tragikomödien, Literaturverfilmungen und wahren Geschichten – Filme, die unterhalten wollen, ohne ihr Publikum zu unterschätzen. Genau das ist an einem lauen Sommerabend manchmal die bessere Wahl.DPA

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