„Günther hätte es gefallen“

von Redaktion

Witwe Claudia Halmer nimmt Ehrenpreis für ihren verstorbenen Mann entgegen

Im Mai verstarb Günther Maria Halmer. Nun wurde er posthum geehrt.

Claudia Halmer und Kulturchefin Stefanie Thyssen.

Berührende Preisübergabe: Claudia Halmer mit Bayerns Kunstminister Markus Blume am Dienstagabend im Münchner Haus der Kunst. © Luca Hegers (3), Düren/dpa

Seinen Sinn für diesen besonderen, verschmitzten Humor – den hatte sich Günther Maria Halmer bis zum Schluss bewahrt. Als er im Frühjahr, wenige Wochen vor seinem Tod, die Nachricht bekam, dass er vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst einen Preis mit dem Namen Pro Meritis Scientiae et Literarum erhalten solle, da habe er sich natürlich sehr gefreut. Im selben Atemzug aber gescherzt: „Schade, dass das meine Lateinlehrer nicht mehr mitbekommen haben. Die hätten sich schwer gewundert.“

Diese hübsche Anekdote erzählt seine Witwe Claudia Halmer am Dienstagabend auf der wunderschönen Terrasse vom Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße, bei ebenjener Verleihung des Kulturpreises durch Staatsminister Markus Blume. Sie ist gekommen, um die Auszeichnung für ihren Mann entgegenzunehmen, der wie berichtet am 10. Mai im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Tapfer ist sie, diese zierliche schöne Frau, die 50 Jahre mit dem Schauspieler verheiratet und an seiner Seite war. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt sie, wie sehr sich ihr Mann gefreut habe über die Wertschätzung, die ihm durch den Preis des Freistaats zuteilwurde. „Günther hatte die Hoffnung, dass er ihn persönlich in Empfang nehmen könnte, doch er hat es nicht mehr geschafft“, sagt sie. Aber er habe sie gebeten, ihn abzuholen. „Und nun stehe ich hier.“ Auf der Bühne hatte sie sich zuvor bei Markus Blume und Ministerpräsident Markus Söder für die besondere Ehrung und „die schönen Worte“ bedankt. Heftiger, liebevoller Applaus von den Gästen, und manch einer hatte sogar ein Tränchen im Auge. Halmer hat mit seinen „ikonischen Figuren“, wie es Markus Blume formulierte, schließlich Millionen Menschen begeistert, ob als Tscharlie in den „Münchner Geschichten“ oder bei seiner letzten Rolle als „Brandner Kaspar“ auf der Bühne des Residenztheaters. „Der Preis“, so Claudia Halmer, „wird von unserer ganzen Familie in Ehren gehalten.“

Es gehe ihr soweit gut, erzählt sie, als der Trubel ein bisschen abgenommen hat. Ihr Wunsch sei es gewesen, im Kreise der Familie und nur mit den engsten Freunden von ihrem Mann Abschied zu nehmen. Zeit zu haben für die Trauer. „Und ich bin froh, dass wir das geschafft haben.“ Jetzt seien zwei Monate vergangen, die erwachsenen Söhne und die Enkelkinder geben ihr Halt. In ihrem Haus, das für ihren Mann alles gewesen sei, sein Lieblingsort, seine Heimat, wird sie bleiben. „Ich wollte damals, vor über 40 Jahren, nicht unbedingt dorthin, weit raus aufs Land ziehen“, lacht sie. „Ich liebe ja auch das Stadtleben.“ Aber jetzt diesen idyllischen Ort zu verlassen, an dem so viele Erinnerungen hängen – „das kommt für mich „überhaupt nicht in Frage.“ Für den „Pro Meritis Scientiae et Literarum“-Preis wird sie dort nun ein schönes Plätzchen finden, neben all den anderen Trophäen, als Erinnerung an einen besonderen Abend. „Günther hätt’s gefallen.“S. THYSSEN

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