Matula (Claus Theo Gärtner, re.) und Strafverteidiger Dr. Lessing (Paul Frielinghaus) waren bis 2013 ein Team. © dpa
Das Original: Günter Strack und Claus Theo Gärtner (re.) bildeten von 1981 bis 1988 das Krimi-Duo. © Jörg Schmit/dpa
Das aktuelle Team – Rechtsanwalt Benni Hornberg (Antoine Monot, li.) und Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues) – nimmt 2027 Abschied von Frankfurt und dem ZDF. © A. Enderlein
Ein Schock für alle Krimifans: Nach fast einem halben Jahrhundert stellt das ZDF seine kultige Fernsehreihe „Ein Fall für zwei“ ein. 2027 soll zunächst die vier Folgen umfassende 13. Staffel ausgestrahlt werden, ehe ein 90-minütiger Spielfilm die Geschichte der beliebten Serie zu einem würdigen Abschluss führt. Zuvor startet in diesem September noch die vorletzte, zwölfte Staffel.
Seit 2014 bilden Wanja Mues als Privatdetektiv Leo Oswald und Antoine Monot als Rechtsanwalt Benni Hornberg das Ermittlerduo des Klassikers, der am 11. September 1981 zum ersten Mal im ZDF zu sehen war. Damals avancierte die Krimireihe mit Claus Theo Gärtner als Schnüffler und Günter Strack als Anwalt schnell zum Publikumsliebling.
Der Abschied fällt allen Beteiligten sichtlich schwer. Das ZDF spricht von einer „nach reiflicher Überlegung“ getroffenen Entscheidung. „Ein Fall für zwei“ habe den Freitagskrimi über mehr als vier Jahrzehnte entscheidend geprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet. Künftig will der Sender den Sendeplatz mit weniger, dafür stärker fokussierten Krimiformaten bespielen. Zu den Neuzugängen zählt die Bodensee-Serie „Mordufer“ mit Franziska Weisz und Maria Wördemann.
Die Hauptdarsteller von „Ein Fall für zwei“ verabschieden sich mit Wehmut. „Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuer Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben“, erklärt Wanja Mues. Zugleich blickt er nach vorn: „Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer.“
Sein Kollege und Freund Antoine Monot richtet den Blick dagegen noch einmal auf den gemeinsamen Abschied: „Unser ganz persönlicher ‚Fall für Mues und Monot‘ ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel Pater Brown auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter ‚Ein Fall für zwei‘, der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns.“
Dass das Ende der Reihe viele Zuschauer besonders berühren dürfte, hat auch mit der langen Tradition dieses Fernsehformats zu tun. Claus Theo Gärtner prägte es als Privatdetektiv Josef Matula über Jahrzehnte hinweg. Mit Lederjacke, markanter Stimme und untrüglichem Spürsinn wurde er zur Kultfigur des deutschen Fernsehens. Während an seiner Seite mehrere Anwälte wechselten – von Günter Strack über Rainer Hunold bis Paul Frielinghaus –, blieb Gärtner der Reihe treu.
Sein Abschied nach 300 Folgen im Jahr 2013 markierte bereits das Ende einer Ära. Ein Jahr später wagte das ZDF den Neustart mit neuen Figuren und neuen Geschichten. Bis zum endgültigen Finale wird die Neuauflage auf 54 Episoden kommen. Dann schließt sich endgültig die Akte eines der langlebigsten und bekanntesten Krimiformate des deutschen Fernsehens.AKI/DPA